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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
Entstehung
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Erstes Buch.

oder aber ein Uebles , das geringer ist , als das mit ihm verbundeneGut. Der letztere Fall wird dann stattfindcn, wenn das Schlimme,das die gewünschte Sache im Gefolge hat, entweder verborgen odergering ist. 28. Ferner: Das Besondere und das, wassonst Keiner hat; ferner: das Reichliche, denn dadurch stei-gert sich die Ehre. Ferner: was sich für uns paßt, wohin allesdas gehört, was uns zukommt, sowohl unserer Abkunst, als unsererMachtstellung nach. Ferner: was man zu vermissen glaubt,und wäre es auch noch so klein, denn man setzt sich darum nicht we-niger vor, es sich zu schaffen. 29. Ferner: alles Leicht aus-führbare, denn als ein Leichtes gehört cs unter das Mögliche.Leicht ausführbar aber ist, was Alle, oder die Mehrzahl, oder unsersGleichen, oder Geringere zu Stande brachten. Ferner: das, womitman den Freunden eine Liebe, den Feinden eine Krän-kung erzei g en w ird. Ferner: Alles, was sich die zumZiele setzen, die man bewundert. Ferner: wozu mandurch Genie und Erfahrung befähigt ist, denn das meintman leicht zu bewerkstelligen. Ferner: was kein Schlechterunternimmt, denn das steigert das Lob der Leistung. Ferner:wonach der Mensch gerade leidenschaftlich verlangt,denn das erscheint uns nicht allein als angenehm, sondern auch alsbesser. 30. Endlich vor allen Dingen: Alles, was beijedemEinzeln en seiner speziellen Neigung cn tspri ch t; z. B.die Siegslustigcn, wenn ein Sieg zu erwarten steht, die Ehrgeizigen,wenn Ehre, die Geldsüchtigen, wenn Geld u. s. w.

Dieß also sind die Gesichtspunkte, aus welchen man über dasGute und Nützliche die Beweismittel zu entnehmen hat.

Siebentes Kapitel.

Da aber in vielen Fällen beide Parteien, während sie darinÜbereinkommen, daß etwas nützlich sei, über dasMehr verschiedenerMeinung sind, so dürfte jetzt sofort über das größere Gute undüber das mehr Nützliche zu sprechen sein.