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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Aristoteles, Redekunst.

Die Jugend ist vorzugsweise zur Polemik geneigt.Polemischer aber, als in dieser seiner Rhetorik, ist Aristotelesniemals verfahren. Entstand doch das Werk selbst unddie Vorlesungen, aus denen es hcrvorging, wie oben gezeigtworden ist, aus einer ganz direkten, fast an das Persönlichestreifenden Opposition gegen eure herrschende Zeitrichtungund deren Vertreter ans diesem Gebiete. Je weniger WertAristoteles selbst auf die Rhetorik als Wissenschaft legte, mitum so größerer Lust, ja fast mit einer gewissen Grausamkeitbehandelt er ohne Unterschied alle seine Vorgänger aufdiesem Gebiete. Seine Ausdrücke zeigen dabei nicht seltendie Herbheit souveräner Verachtung, mit der er ans ihrenMangel an philosophischer Bildung^, auf ihre leeren All-gemeinheiten^, ihre gekünstelten nutzlosen Unterscheidungen^,ihrealbernen" undlächerlichen" Einteilungen^, ihrekindischenRezepte"^, ihre verkehrten Lehren von denProö'mien^ n. s. w. herabsieht. Der jugendliche Übermutdieser Polemik geht durch das ganze Werk und läßt dieErbitterung der angegriffenen, direkt oder indirekt verletztenZeitgenossen, wie sie sich unter andern: in der oben er-wähnten Schrift des Kephisodotos Luft machte, begreiflichfinden. Gleich das erste Kapitel des ersten Buches stellt denSatz hin: daß alle bisherigen Verfasser von Anleitungenzur Beredsamkeit nur Außerwesentliches behandelt nnd daseinzig Wesentliche völlig vernachlässigt haben (I, 1, ZZ 3 bis11). Während sie ferner dem verderblichen Jrrtnme dasWort redeten, daß die sittliche Persönlichkeit des Redners,die Aristoteles mit Recht so hoch anschlägt, gar keinen Ein-fluß auf die Wirkung seiner Rede habe (I, 2, tz 4), wirfter ihnen vor, daß sie sich aus eitler Anmaßung und sonstigen

24. Vgl. Rhetorik I, Kap. 20, § 7.

21. Rhetorik II, 19, § 27.

26. III, 12, § 6.

27. III, 13, § 3; III, 14, § 8; III, 16, § 4.

28. III, 14, § 7.

29. III, IS, K 4.