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Lessings Laokoon und die Gesetze der bildenden Kunst
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Dos Transitorische.

richtig bemerkt Blümner (a. a. O. S. 53) dazu:Das heißt freilich,sich die Sache leicht machen, anstatt den Fragen auf den Grund zugehen; aber mit diesem oberflächlichen Einwande haben sich die meistenGegner Lessings, bis herunter aus Dühring, begnügt." Aber Blümnerhat hier kein Recht, vonGegnern Lessings" zu reden. Die An-hänger befleißigen sich ja derselben Oberflächlichkeit. Macht's dochauch Guhrauer nicht besser. Er behauptet (II, I, S. 43), derSatz, daß der einzige Augenblick nicht ausdrücken dürfe,was sichnicht anders als transitorisch denken läßt," stehe im Wider-spruch mit dem Satze vom fruchtbarsten Moment.Denn," sagter,wenn auch nicht Alles für die Einbildungskraft fruchtbar genanntwerden kann, was vorübergehend ist, so wird andrerseits jederwahrhaft fruchtbare Moment nothwendig transitorisch auf-gesaßt werden müssen; denn nur ein solcher wird es sein, welcher,der Einbildungskraft freien Spielraum läßt'." Und damit man auchja nicht in Zweifel sei, was dastransitorisch aufgefaßt werden"heißen soll, zieht er Goethes, wie er meint, meisterhafte Aus-führung über den Laokoon heran:Äußerst wichtig ist dieses Kunst-werk durch die Darstellung des Moments. Wenn ein Werk derbildenden Kunst sich wirklich vor dem Auge bewegen soll, so muß einvorübergehender Moment gewählt sein; kurz vorher darf kein Theildes Ganzen sich in dieser Lage befunden haben, kurz nachher mußjeder Theil genöthigt sein, diese Lage zu verlassen, u. s. w." Hierzusetzt Guhrauer mit köstlicher Naivetät:Offenbar hat Goethe beidieser Entwickelung sich nicht erinnert, daß er dabei Lessingen wider-spreche". Nein, wahrhaftig, Goethe hat sich dessen nicht erinnert; erhat gemeint, er sage ungefähr dasselbe, was Lessing sagt, wenn erbehauptet, die Fähigkeit der Malerei, Handlungen darzustellen, beruheauf der Eigenschaft der Körper, daß siein jedem Augenblicke ihrerDauer anders erscheinen und in andrer Verbindung stehen können".Was weiß auch so ein Dichter von Begriffsbestimmungen. Dendeutschen Philosophen war es Vorbehalten, zu entdecken, ein vor-übergehender Moment, und ein Moment, der sich nicht andersals transitorisch denken läßt und wie die Bestimmung des-selben weiter lautet sei dasselbe.

Aber wie ist denn das möglich? fragt ein unbefangener Leser.Ja, ich weiß es auch nicht. Aber was wird der unbefangene Leser