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Lessings Laokoon und die Gesetze der bildenden Kunst
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Körper mit ihre» sichtbaren Eigenschaften die Gegenstände der Malerei. 125

langt, so ist auch hier noch nicht der Ort, über deren Entbehrlichkeitoder Unentbehrlichkeit ein endgültiges Urtheil abzugeben, (s. u. XU)

Natürlich aber wird es dem Künstler unmöglich sein, Götter,welche ausdrücklich in menschlicher Gestalt erscheinen, wie Atheneals Mentor, so darzustelleu, daß sie zwar den Menschen des Gemäldesals Menschen, dem Beschauer aber als Götter erscheinen.

Und endlich möchte ich noch eins heroorheben als absolut unmal-bar: das sind Träume: der Maler will zeigen, was der Träumendeerblickt, und zeigt, was er durchaus nicht erblicken kann. Man wirdmir entgegnen, Goethe in der Schlußscene des Egmont thue ja das-selbe; aber das spricht gegen Goethe, nicht gegen mich. Ist Klärcheneine Erscheinung, die der Zuschauer sieht, so kann sie der schlafendeEgmont nicht sehen; ist sie eine Traumgestalt, die Egmont erscheint,so kann sie der Zuschauer nicht erblicken. Es ist und bleibt eben einOpernesfeet, wie es Schiller bezeichnet. Das Schlimmste hierin hatübrigens Cornelius geleistet in dem Traum des Agamemnon (Decken-bild im Heldensaale der Glyptothek). Wir erblicken Zeus und Heraschlafend, am Boden ebenfalls schlafend (in Morpheus Armen) denAgamemnon; ihm dem Schlafenden! zeigtmit leidenschaftlicherGeberde" Nestor die schlummernden Götter und zugleich einSchatten-bild, die Flucht Hektars vor Agamemnon." Und das soll bedeuten,daß Zeus dem Agamemnon einen trügerischen Traum sendet in Gestaltdes Nestor, welcher den Führer der Griechen ermuthigen soll, währenddes Schlummers der übelgesinnten Gottheiten den Hektar zu besiegen.Wir sehen eine Traumgestalt, welche dem Schlafenden einen Traumzeigt!

XXXI.

Einfache und cossective Kandlungen."

Wir kehren zu den Sätzen des sechzehnten Abschnitts zurück. Derdritte und vierte Absatz (Gegenstände, die auseinander andeutungs-weise durch Körper) haben in Bezug auf die bildende Kunst keinenennenswerthen Einwendungen erfahren. Nichtsdestoweniger bedarfder Schlußsatz:Folglich kann die Malerei auch Handlungen nach-ahmen, aber nur andeutungsweise durch Körper," einer Erörterung.