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Lessings Laokoon und die Gesetze der bildenden Kunst
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Die Landschaft.

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schrift einer bestimmten Lokalität" (Lübke, Kunstgeschichte S. 386)versteht, so ist es ja klar, daß eine solche aus Idealität keinen An-spruch machen kann. Aber inan kann unter Vedute auch die Wieder-gabe einer bestimmten, natürlichen Landschaft verstehen, und diese kanndarum doch ebensogut alle Eigenschaften einer Jdeallandschast haben,wie sie die componirte Landschaft als solche nicht zu haben braucht. Normir liegen Stiche nach zwei der schönsten Claude Lorrains der Lon-doner Nationalgallerie, beide tragen denselben Charakter, den Niemandanstehen wird als Jdeallandschast anzuerkennen, und doch ist das einedieLandschaft mit der Geschichte des Narcissus," die andere ist aus-drücklich alsBaumstudie nach der Natur" (stuck^ ok treos ü-omMaturs) bezeichnet. Nach meiner Ansicht ist CalamesVierwald-stätter See" mit dem Uri-Rothstock (in der Berliner Nationalgallerie)eine Jdeallandschast, und die meisten der buntscheckigen Schinkelschencomponirten Landschaften sind keine.

XXIX.

Das Porträt.

Aber das Porträt! Das Porträt, wegen dessen UnterschätzungLessing von Gegnern und Anhängern übereinstimmend verurtheilt wird!Das Porträt, welches er nach Guh rau er (a. a. O. S. 63)nichtunbedingt verwirft", welchem er, wie Blümner (L. S. 32 s499j)sagt,einen so niedrigen Platz anweist!"') Wie niedrig ist denn dieserPlatz, und warum können wirLessings Standpunct hierin nichttheilen?" (Blümner, ebd.) Sehen wir uns Lessings Worte noch ein-mal an.Aus eben dem Geiste des Schönen war auch das Gesetzder Hellanodiken geflossen. Jeder olympische Sieger erhielt eine Statue;aber nur dem dreimaligen Sieger ward eine ikonische gesetzet. Dermittelmäßigen Porträts sollten unter den Kunstwerken nicht zu vielwerden. Denn obschon auch das Porträt ein Ideal zuläßt, so mußdoch die Aehnlichkeit darüber herrschen: es ist das Ideal eines gewissen

9 Auch Erich Schmidt (Lessing II, I, S. 19) sagt:Endlich schätzt er dieKunst des Portratisten auffallend gering."

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