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Lessings Laokoon und die Gesetze der bildenden Kunst
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Wechselwirkung.

gebhardtisirten Christus mitten in eine moderne Kindergesellschaft zusetzen, wie es Fritz Uhde auf einem Bilde:Lasset die Kindlein zumir kommen", kürzlich gethan hat. Wie viel schöner nicht bloß,sondern auch menschlichem und namentlich kindlichem Empfinden ver-traulicher behandelt denselben Gegenstand Heinrich Hoffmann(Gedenke mein, ein Weihgescheuk für christliche Familien, 12 Blätterin Lichtdruck), mit seinem idealen Christus und seinen ideal kostümirten oder nicht kostümirten lebensfrischen Kindern.

Ans der andern Seite, für den heilsamen Einfluß idealistischerBehandlung aus realistische Stoffe, möchte ich nur ans das moderneGenre Hinweisen, wie es vorzugsweise durch die jüngeren Düssel-dorfer vertreten ist, im Unterschied von den Caravaggios,Brueghels und ähnlichen. Freilich kann die in Rede stehendeMischung auch zu einer bloßen Abschwächung oder Glättung werden,und ich bekenne gern, daß mir Cornelius höher steht als Kaulbach,und daß Knaus'Schweinchen" mir lieber sind als manche rein-gewaschene Kinder von F. E. Meyerheim; aber wer behauptet oderverlangt denn, daß alle Gemälde vollendete Meisterwerke seien?

XXVII.

LeMgs Begriff des Ideals.

Wie verhält sich nun Lessing zu dieseu Dingen?

Ueber seinen persönlichen Idealismus und den Einfluß, den der-selbe auf seinen Kunstgeschmack und seine Kunstbetrachtung ausübt,also über den Standpunkt, den er alsLiebhaber" einnimmt, habeich früher (VIII) genug gesagt; hier haben wir es mit demKunst-richter", dem Gesetzgeber zu thun. Und da müssen wir auf obigeFrage antworten: Eigentlich gar nicht. Weder finden wir bei ihmdie AusdrückeIdealismus" undRealismus," noch spricht er sichüber den Einfluß eines oder des andern Standpunktes auf die Wahlder Stoffe oder auf die Art des Schaffens näher aus. Es kann ihmdies aber in keiner Weise zum Vorwurf gereichen. Für seine Absicht,