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Lessings Laokoon und die Gesetze der bildenden Kunst
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Der Stoff als Substrat des Ausdrucks.

namhaften Malern geboten wurde, eben denneueren Malern", die ermit seinem Tadel zunächst im Auge hat, und die er, wie ich vermuthe,hauptsächlich in der Rhedigerschen Gemäldesammlung in Breslau,vielleicht auch auf Schlössern des schlesischen Adels, kennen gelernt hatte.

XIX.

Per Stoff als Suöstrat des Ausdrucks.

Ich habe mich der Lessingschen Sätze über die Historienmalereibedient, um das Verhältniß des Künstlers zu seinein Stoff an einereinzelnen Art von Gemälden nachzuweisen. Natürlich aber gilt das-selbe von Bildern religiöser wie socialer Gegenstände, von Dar-stellungen aus dem Gebiete des Mythus oder der Dichtung, kurz vonallen denjenigen Bildern, deren Inhalt über die Darstellung derkörperlichen Schönheit hinausgreist, die nicht nur durch ihre Gestalten,sondern auch durch das, was dieselben vorstellen, zu wirken bestimmtsind. Ueberall wird man hier sagen dürfen, daß der Künstler sichnicht in den Dienst des Stoffes stellt, sondern diesen in den Dienstder Kunst. Natürlich kann es mir nicht einsallen wollen, lessingischerzu sein als Lessing, und den Künstlern zum Trotz zu behaupten, daßnicht die Darstellung des seelischen Pathos ihre Absicht sei, sondernnur die der körperlichen Schönheit. Wohl aber behaupte ich, und diegesammte Kunstgeschichte giebt mir Recht, daß für den ächten Künstlerder Werth des Stoffes in seiner Fähigkeit besteht, im Bilde dar-gestellt zu werden, daß er also den Stoff betrachtet und behandeltals das nothwendige Substrat des Ausdrucks, nicht den Ausdruckals Mittel zur Darstellung des Stoffes. Wenn er es also mit Hand-lungen zu thun hat, so will er gar nicht die Handlung darstellen,sondern eben nur einen Moment der Handlung, der zum Ausdruckdes Pathos besonders geeignet ist. Zwar könnte es scheinen, alssetzte ich mich mit Lessing in Widerspruch, der ja in dem oben er-wähnten Satze über die Wahl des Momentes (XVI, S. 167 s251s)ausdrücklich erklärt, derselbe müsse so gewählt werden, daß aus ihmdas Vorhergehende und Folgende am begreiflichsten wird", das heißtalso doch, mit Rücksicht aus die Darstellung des Ganges der Hand-