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Der historische Stoff in: Dienste der Kunst.
wirkt, sondern durch die Vollkommenheit dessen, was sie vor stellen,— das also an die Stelle der eigenen Vollkommenheit einefremde setzt.
XVIII.
Der historische Stoff im Dienste der Kunst.
Anders der ächte Künstler, der, welchem — wie Lessing sagt(S. 21 s155s) — an seiner Kunst nichts lieber ist, nichts edler dünkt,als der Endzweck der Kunst. Auch er kann sich den Anforderungen,welche Zeitbewußtsein, Zeitgeschmack, selbst Mode an ihn stellen, nichtentziehen; denn selbst wenn er in der Lage ist, seiner Kunst nicht fürseinen Unterhalt zu bedürfen, selbst wenn er auf der Höhe der Selb-ständigkeit des Charakters steht, aus der Ehre und Beifall verächtlicheDinge sind: so sind ihm — ich muß immer darauf zurückkommen —Jene doch nothwendig zur Bethätigung seines Schaffensdranges.Aber darum begiebt er sich und seine Kunst nicht in ihre Dienstbarkeit,sondern sie müssen ihm dienen. Ich will versuchen, dies an einemLessingschen Worte klar zu machen, und zwar an einem, welchesauch bei den besonnensten seiner Kritiker, ja bei seinen eifrigsten An-hängern Anstoß erregt hat (vergl. Blümner, Laokoon, S. 181 s601ss.), und welches doch völlig richtig ist. Lessing sagtZ (N. 10a sB.0, 7s, S. 289) in einer Bemerkung über die körperliche Schönheitals eigentliche Bestimmung der Malerei: „Um körperliche Schönheitenvon mehr als einer Art zusammenbringen zu können, verfiel man aufdas Historienmalen. Der Ausdruck, die Vorstellung der Historie,war nicht die letzte Absicht des Malers. Die Historie war bloß einMittel, seine letzte Absicht, mannigfaltige Schönheit zu erreichen."
„Die neuen Maler machen offenbar das Mittel zur Absicht. Siemalen Historie, um Historie zu malen, und bedenken nicht, daß sie da-durch ihre Kunst nur zu einer Hülfe anderer Künste und Wissenschaftenmachen, oder wenigstens sich die Hülse der andern Künste und Wiffen-
9 Oder, um mit Justi zu reden (u. u. O. S. 243) „versteigt sich zu demEiuM".