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Umfang des Gesammtgebietes.
vom fruchtbarsten Moment erhärtet: Laokoou, Medea, und Ajax desTimomachus.
In welchem Umfange nun und mit welcher Auswahl die Künstlervon dem großen ihnen eröffneten Gebiete Besitz genommen, dafür istjederzeit in erster Linie die oben besprochene Abhängigkeit des Künst-lers vom Zeitbewußtsein oder Zeitgeschmack, in zweiter die Individu-alität des Künstlers entscheidend gewesen?) Jene anlangend, habenwir ja bereits im Einzelnen vielfach Gelegenheit gehabt anzuerkennen,wie der Charakter des griechischen Volkes die Entwickelung und Be-schränkung der griechischen Kunst bestimmt hat. Es ist ja unläug-bar, daß der dem öffentlichen Leben zugewandte Sinn der Griecheneinerseits, ihre Religiosität, welche in den menschlichen Dingen die un-mittelbare Einwirkung der Gottheit sieht, andrerseits, der Kunst ihrenreligiös monumentalen Charakter in dem Grade aufprägt, daß selbstnoch den halbbarbarischen Despoten Kleinasiens — oder ihren Künst-lern — die Verherrlichung ihrer Siege durch die Plastik in derselbenWeise zu einer Verherrlichung der siegreichen und siegverleihendenGötter wird, wie aus dem Gipfel des Hellenenthums die Verherr-lichung der olympischen Siege des Hiero im Munde Pindars.Und ebenso wenig bedarf es einer ausführlicheren Auseinandersetzungdarüber, daß der dogmatische Charakter der byzantinischen Kunst, dermystische der cisalpinen Malerei des fünfzehnten Jahrhunderts, der denGegenständen des gemeinen Lebens zugewandte der Niederländer dessiebzehnten Jahrhunderts der unmittelbare Ausfluß des jeweiligen Zeit-charakters sind, daß die italienische Renaissance ebensosehr ihre Quelleim Humanismus hat, wie die nach allen Richtungen ausstrahlendeKunst des neunzehnten Jahrhunderts in der universalistischen Bildungdesselben?)
Innerhalb jeder dieser Perioden aber macht sich die Individu-alität des einzelnen Künstlers geltend in Bezug auf die Wahl undden Vortrag seiner Stoffe: von ihr hängt es ab, ob er vorzugsweiseEinzelgestalten und geschloffene Gruppen bildet oder Massen von
y Damit will ich natürlich keineswegs die Fähigkeit des Künstlers bestreiten,seinerseits bestimmend ans den Zeitgeschmack einzuwirken; nur kommt diese Fähig-keit hier durchaus nicht in Betracht.
ch Genaueres hierüber enthalt der oben citirte Aufsatz von Lübke, überRealismus und monumentale Kunst.