Druckschrift 
2 (1854) Der Giaur. Die Braut von Abydos. Die Belagerung von Korinth. Parisina. Der Gefangene von Chillon. Mazeppa. Die Insel oder Christian und seine Gefährten. Beppo. Fragment des Vampyr
Entstehung
Seite
255
Einzelbild herunterladen
 

255

Den Nacken färbt das sonnenheißc Blut,

Und leuchtet durch die braune Haut voll Glut,Wie die Koralle durch die dunkle Welle,

Die oft den Taucher lockt mit Purpurhclle.

So war das Kind oou diesem Juselreich,

In ihrem Streben selbst der Welle gleich,

Bereit des fremden Glückes Kahn z» tragen,Sorglos, bis ihre Freuden ganz erlagen.

Wild, warm und treu, kennt sic noch keine Lust,Äls die sic schuf; das Hoffe» ihrer BrustHat der Erfahrung Prüfstein nicht berührt,

Der kalt der Dinge Farbcnschmclz entführt:

Kein Nebel quält sie, da sic keins ermessen,

Nüd das sic kennt, war bald, zu bald ocrgessen;Ihr Lächeln, ihre Thränc glich dem Wind,

Der nicht den Sec zerwühlt, nur ihn gclind'Aufkräuselt, während frische BergesqucllenDie unerforschten Tiefen still erhellen,

Bis daß im Grund ein Erderbcbcn dampft,

Den O-uell verschüttet, und die Wogen stampft,Das heitre Wasser von lebcndgcr HastVerwandelt in den dumpfigsten Morast.

War dies ihr Loos? — Der ewgc WechsellaufRegt schneller nur den Schritt der Menschen auf;Wer untergcht, wie Welten untergchn,

Wird einst als Geist hoch über ihnen steh».

8.

Und Er? Der Sohn aus nordischem Gefild,Das mehr bekannt ist, doch kaum minder wild,Vom blondgelockten Stamme der Hebriden,

Wo Wirbel in den Pcntlandscen sieden,

An dessen Wiege Stürme schon gedröhnt,