Noten zum Gefangenen von Chillon
l 1). Mein Haar ist grau, doch nicht von Jahren;
Nicht eine NachtHat's weiß gemacht,
Wic's Mancher wol durch Schreck erfahren.
Ein Beispiel davon geben Ludvvico Sforza und Andere. — Das Näm-liche wird von Ludwig's XVI. Gemahlin Maria Antoinette berichtet, wenn essich bei ihr auch nicht in so kurzer Zeit zngetragcn hat. Gram, sagt man,bringe dieselbe Wirkung hervor, und diesem, nicht der Furcht, ward die Ent-färbung der ihrige» zugeschrieben.
(6.) So tief hinab ließ man das BleiVon Chillons weißer Felsbastei,
Die rings umschäumt der Wogenschwall.
Das Schloß Chillon liegt zwischen Clärens und Billencnvc, wel-ches letztere sich an dem einen Ende des Gcnscrsce's befindet. Zn seiner Linkenmündet die Rhone und gegenüber sind die Höhen von Meillcric, so wie dieAlpenkettc oberhalb Boveret und St. Gingo.
Nahe hinter ihm an einem Hügel fließt ein Bergstrom; de» See, derunten seine Mauern bespült, hat man achthundert französische Fuß tief gefun-den. In dem Gebäude sind eine Reihe Gefängnisse, in denen die ersten Re-formatoren und späterhin Staatsgcfangnc eingckcrkcrt wurden. Quer übereines der Gewölbe zieht sich ein vom Alter geschwärzter Balken, an welchem,wie man uns benachrichtigte, sonst die Vernrthciltcn hingcrichtet wurden. Inden Zellen sind sieben Pfeiler — oder vielmehr acht, der eine ist indcß halb indie Mauer gesenkt; — in einige» derselbe» befinden sich Ringe für die Fesselnund die Gefesselten. Bvnnivard's Schritte haben im Estrich Spuren zurück-gelassen; mehre Jahre war er hier eingckcrkcrt.