121
Du kannst ja Nichts als Schmerzen bringen.Entflieh' mir, du, voll Lug und Schein,
Du sollst fortan mir ferne sein,
Zum mindesten mit deinen Schwinge».
8 .
O Jugcndort! dein fernes DachRuft jede Lust zurück;
Die alte Glut wird in mir wach, —
Ich fühle Knabcnglück.
Dein Ulmcnhain, die grünen Höh'n, —
Und jeder Pfad, o wie so schön!
Lust will aus jeder Blume dringenWie einst; auf's Neu spricht Jeder frohZum traulichen Genossen so:
„Freundschaft ist Liebe sonder Schwingen!"
6 .
Mein Lykus, warum weinst du nun?
Hemm' deiner Thräncn Lauf;
Neigung kann eine Zcitlang ruhn,
Doch wacht sie wieder auf.
O denke, Freund, wie schön, wenn wirUns endlich wicdcrfindcn hier,
Die höchste Lust wird draus entspringen!Wenn Ein's das Andre licbgcwann,
Nur Trennung, Freund, sagt deutlich dann:„Freundschaft ist Liebe sonder Schwingen!"