3li
An Marzi,
bei Empfang ihres Bildes.
1 .
Dies, deiner Reize schwaches Bild,
So gnt, wic's Meiischcnkiliist mag geben,Nimmt mir die Furcht vom Herzen mild,
Erweckt mein Hoffen, heißt mich leben.
2 .
Ich schau' der Locken Gold, das rund
Die schneeige Stirn umwogt; die Wangen,Die Schönheit selber schuf; den Mund,
Der mich zum Schönhcitsdicnst gefangen.
. 3 .
Ich schau' — doch nein! denn der Azur
Des Auges und sein schimmernd Glühen, —Verhöhnt des Malers Künste nur
Und macht vergeblich all' sein Mühen.
4 .
Wenn ich die Pracht der Farben schau',
Wo ist der Stral, so lieblich wallend,
Der einen Schimmer gab dem Blau,
Wie Luna's Blick, auf Fluten fallend?
8 .
O süßes Bild! weit thcurcr mir,
Selbst fühllos so und ohne Leben,
Als was belebt ist außer ihr,
Die meinem Herzen dich gegeben.