Druckschrift 
8 (1854) Stunden der Muße. Englische Barden und schottische Kritiker. Der Fluch der Minerva. Der Walzer. Ode auf Napoleon Bonaparte. Hebräische Melodien. Todtenklage auf den edeln R. B. Sheridan. Der Traum. Finsterniß. Tasso's Klage. Ode auf Venedig. Das eherne Zeitalter ... . Vermischte Gedichte
Entstehung
Seite
24
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So frag' dein eig'nes Herz, das wird dir's sagen,

Wol weiß ich, daß cs tugendhaft geschlagen.

Beachtet Hab' ich dich so manche Zeit,

Jetzt scheid' ich und cs lockt mich, ach! so weit,

In deiner Seele sah ich ein Gcmüth,

Das zu der Menschen Segen einst erblüht.

Obwol ich selber wild bin von Natur,

Und ich das Licblingskind der Thorhcit nur,

Mag ich auch jedes Jrrthums Sklave sein,

Gern will ich fallen, fall' ich nur allein,

Zähmt ein Gesetz auch meinen Hochmuth nicht,

Lieb' ich die Tugend doch, die mir gebricht.

Nicht ist's genug, mit einem Sohn der MachtZu thcilen flücht'gcn Mcteorcs Pracht,

Und im Gcschlechtsregister cinzurückcnMit Namen, die sonst keine Seite schmücken,

Mit Titelrcihen dann stch gleich zu messen,

Im Leben angcstaunt, im Tod vergessen,

Wenn nichts dich von gemeine» Todtcn trennt,

Als nur der Stein, der deinen Namen nennt,

Das Wappenschild und die hcraldschc Rolle,

Die reichverzierte, doch nicht achtungsvolle;

Wo Lords, die uugechrt die Grüfte binden,

Noch eine» Ort für ihren Namen finden.

Dort ruht, versteckt mit Fehlern, Lastern, Sünde»,Die tief das Grab bedeckt mit düster» Gründen,

Ein Stamm mit Wappcnlistcn überspannt,

Doch in Annalen nimmermehr genannt.

Gern möcht' ich mit Prophctcnblick dich sehn,Erhaben unter Guten, Weisen gehn,

Die Ehrcnbahn verfolgend, die dich nennt