21
Manfred.
Ach, ein Schatz! —
Doch dies zu wiederholen, war' umsonst.
Alpcnkönigin.
Mir ist's verborgen, darum thu' mir's kuud.
Manfred.
Wohlan, ob mich's auch quält, cs gilt mir gleich;Es rede meine Qual. — Von Jugend aufHielt fern mein Geist sich von der Menschen Seelen,Mit ihrem Auge sah ich nicht die Welt.
Ihr Durst nach Ehre war der meine nicht,
Und ihres Lebens Ziel war nicht das meine.
Gcmüth und Leidenschaft und Schmerz und LustSchied mich von ihnen. Nur die änsi'rc FormDer Menschen trug ich, doch kein Mitgefühl.
Ja in dem Kreise jener StaubgcbornenWar Eine nur, die — doch von ihr nachher.
Mit Menschen, sagt' ich, und mit ihrem StrebenWar wenig mir gemeinsam; doch dafürWar in der Wildnisi meine Lust, die LuftBeeister Bcrgesgipfcl cinznathmcn,
Wo keine Vögel nisten, kein InsektDen starrenden Granit nmschwirrt — ich stürzteMich in den wilden Strom, ans leichtem StrudelDer frischgcbrvchncn Welle schwamm ich hin,
Bald auf dem Fluß, bald ans der Mccrcsflut,
Da jauchzt' ich ans in meiner Jngcndkraft.
Ich folgte Nachts des Mondes Wandclgang,
So wie der Sterne Lauf, ich starrte festJn's Blitzgcfnnkel, bis mein 'Auge trübte.Stilllauschcnd sah ich oft der Blätter Fall,
Jndeß sein Abcndlied der Herbstwind sang.
Dies und allein zu sein, war meine Lust;
Und wenn die Wesen — deren eins ich war,