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Fig. 25. Schuppentier, Maitis temminckL
kleine Tiere, welche in ihrer äusseren Erscheinung anMurmeltiere erinnern und gesellig hausen. O. Neumannvergleicht ihr Gebahren mit demjenigen der Ziesel.Sie verschwinden bei der geringsten Beunruhigung inihren Löchern, klettern und springen auf den glatten Fels-kanten sehr geschickt und leben häufig mit der Siedler-Agamc, einer rotköpfigen Eidechse zusammen. Der»Pimbi« Procama brucei , hat einen hellen Fleck auf derRückenmitte und weisse Ohren und Zehen. Vielleichtkommt auch eine Art mit schwarzen Ohren, Zehen undEückenfieck im Gebiet vor.
Mit ihnen nahe verwandt sind die Baumschliefer,Dendrohtjrax , welche längere Behaarung haben und derenWeibchen nicht sechs, sondern nur vier Zitzen besitzen.Sic leben in den Kronen der Bäume, verbergen sichin Baumhöhlen und steigen zuweilen auf die Erde her-nieder, wo sie ihre dunkelgrün gefärbte, aus hartenKügelchen bestehende Losung ablegen. Für dieseBaumschliefer kennt man erst wenige Fundorte, undvon jedem bisher bekannten Fundort ist ein andereAbart beschrieben. Der Kilima - Ndjaro - Baum-schliefer [D. validus), aus dessen dichtem Pelz diebekannten Wadschagga-Decken genäht werden, istunten zimmetfarbig und hat einen orangebraunenRückenfleck. Bei Bukoba lebt ein Baumschliefer, denich 1 ). staldmanni genannt habe, und dessen Rücken-haare von der Wurzel bis gegen die graue Spitze tief-schwarz sind. Sein glockenartiges, mit Schnurren unter-brochenes Geschrei tönt jeden Abend aus dem Ur-walde zur Station herüber. Es ist von dem Khutu-Baumschliefer, den Herr von Scheele entdeckte,
IK scheelei, dadurch unterschieden, dass dieser weiss-grau ist und einen breiten weissen Augenfleck hat.
Damit kann ich die Huftiere verlassen und mussnun kurz eines Pflanzenfressers gedenken, der nichtdem P’estlande eigentümlich ist, sondern die Tangwiesenan den Küsten abgrast und zuweilen bei Tanga, beiBagamoyo und an anderen Orten der Küste gefangenworden ist. Der Dugong, die Seekuh, hat einenspindelförmigen Körper, welcher in eine horizontalgerichtete halbmondförmige Schwanzflosse ausläuft.Die Vordergliedmassen sind in Flossen umgewandelt.Die Haut ist nackt, blaugrau und nur mit spärlichenHaaren hier und da besetzt. Der Dugong wird bis
drei Meter lang. Bisher wussteman noch nicht, zu welcher Ab-art die Seekuh der deutsch-ost-afrikanischen Küste gehört. HerrLandrat von Bennigsen hattedie Liebenswürdigkeit, zweiSchädel dieses interessantenWassertieres nach Berlin andas Museum für Naturkunde zuschicken. Durch Untersuchungderselben konnte ich feststellen,dass die vom roten Meere beschriebene Abart bis andie Zanzibarküste heruntergeht.
Ueber die Waltiere, Walfische und Delphine,welche bei Zanzibar und an der Küste beobachtetworden sind, hat man bisher leider gar keine Nachricht.
Noch zwei sehr sonderbare Tiere sind von Deutsch-Ostafrika zu nennen, das Schuppentier ( Munis tem-mincki) und das Erdferkel ( Orycteropus ).
Das Schuppentier. (Fig. 25) ist einem riesigenTannenzapfen ähnlich; der Körper ist mit dachziegel-förmig gelagerten Hornschuppen bedeckt, welche auchden ziemlich spitzen Kopf oben einnehmen und die Füsseumschliessen. Der Schwanz ist lang und breit. DieZehen tragen an den Vorderfüssen starke Grabkrallen.Der »Kaka«, dessen Schuppen als Zaubermittel in hohemAnsehen stehen, ist ein nächtliches Tier. Er rollt sichnach Böhm bei Ueberraschungen zusammen und ist inseinen Bewegungen langsam.
In Ruhanda leben möglicherweise auch Kletter-Schuppentiere, deren Unterarme nicht mit Schuppenbedeckt, sondern behaart sind.
Ein anderer seltsamer Bewohner der Steppe, dessengrosse Höhlen im Pori sehr häufig sind, den abermeines Wissens noch kein Europäer gesehen hat, istdas Erdferkel (Fig. 26), ein Tier von der Grösse einesSchweins mit langer, kegelförmigen, in einen Schweine-rüssel ausgezogener Schnauze, langen und spitzen Ohren,einem plumpen, borstig behaarten Körper und mit langem,an der Wurzel sehr dicken Schwänze. Wir wissen nochnicht, welcher Abart das Erdferkel von Deutsch-Ost-afrika angehört. In Südafrika ist das Erdferkel dunkel-
Fig. 26 Erdferkel, Orycteropus.
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