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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung
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Gefährten. Die grosse Seuche hat ihre Bestände arg ver-mindert, und heute gehört der Büffel, ebenso wie die-jenigen grossen Antilopen (Elen, Kudu u. a.), welcheebenfalls der Krankheit erlagen, zu den seltenstenErscheinungen der ostafrikanischen Jagdgründe. AufKisuaheli heisst der Büffel »Mbogo«, auf Kidschagga»Nyati«.

Die Giraffe liebt nach Böhm die Boga, die Ränderdes umgebenden Pori, dann Flussläufe, aber auchbergiges Land mit Niederbusch. Sie sind sehr vor-sichtig und man kann ihnen schwer beikommen, dasie vermöge ihrer langen Hälse einen weiten Ueber-blick haben. Sie kommen bis dicht an die Küste undhaben dort wiederholt Telegraphenleitungen umgerissen.Durch Herrn von der Marwitz habe ich einen Schädeldieser Art vom Kilima-Ndjaro untersuchen können undfestgestellt, dass die Giraffe des Küstengebietes zu dersüdlichen Form ( Giraffa camelopardalis ) gehört, welcheauf hellem Grunde grosse, weit auseinander stehendeschwarzbraune Flecken hat. Da aber in der Lang-held’scben Sammlung der Hals einer Giraffe mit scharfabgesetzten schmalen hellen Linien zwischen dendunklen Flecken des Grundes sich befindet, so ver-mute ich. dass diese nördliche Form (G. aethiopica ) ineinigen Teilen des Schutzgebietes auch vertreten ist,wahrscheinlich im Gebiet nördlich von Usambara, imMassailande und in der Wembaere-Steppe.

Die Familie der Schweine hat in D’eutsch-Ost-afrika zwei Vertreter: I. das Busch- oder Larven-schwein ( Potamochoerus africanus), welches unseremWildschwein ähnlich, aber viel kleiner ist, ein dichtesborstiges, bald braungrau, bald dunkel gefärbtes Haar-kleid besitzt und gewöhnlich einen weissgrauen Backen-bart hat, der »Ngrue«, in feuchten Dickungen undSümpfen, und 2. das durch gewaltige Gewehre, grosseWarzen am Kopf und einen breiten Hautwulst an derOberlippe ausgezeichnete dünnbehaarte, mit einerRückenmähne versehene Warzenschwein ( Phacochoerusafricanus), der »Ngubi« oder »Njiri«, welcher lichteWaldungen und die Boga vorzieht.

Ein afrikanischer Fluss lässt sich ohne »Kibokos«,Flusspferde ( Ilippopotamus amphibius) kaum denken,und trotzdem an der Küste von Deutsch-Ostafrika seitJahren allenthalben waidlich auf die gewaltigen Tieregeknallt wird, giebt es von ihnen noch eine schwereMenge.

Auch die Nashorn er (Rhinoceros bicornis), »Furu«,müssen nach den Schilderungen der Reisenden in manchenGegenden noch sehr zahlreich sein. Ihre Hörner sind einHandelsartikel. Bisher kennt man nur eine Art ausdem Schutzgebiete; es ist aber möglich, dass die Nas-hörner der Küstenregion von denjenigen des Massai-landes verschieden sind; ja es ist auch möglich, dasirgendwo im Schutzgebiet noch das spitzohrige Stumpf-Nashorn (Rh. simus) mit länglichen Nasenlöchern und

ohne den fingerförmigen Fortsatz an der Oberlippeaufgefundeir wird.

Das Zebra lebt in grossen Herden fast in allenTeilen des Schutzgebietes. Je nach den Wasser- undWeideverhältnissen wandern diese Tiere in grossenGesellschaften hin und her und sind je nach der Jahres-zeit in einem Gebiet sehr zahlreich oder nicht vor-handen. Sie teilen mit Kuhreihern, Straussen, Gnus,Büffeln, Kuhantilopen und Wasserböcken dieselben Weide-gründe. Ihr Gewieher klingt nach Böhm auffallendwie das Geläute einer Hundemeute. Wieviele Abartenim Schutzgebiete leben, darüber sind die Akten nochnicht geschlossen. Ich habe ein Zebra mit schwarzerMuffel, weisslicher Grundfarbe und bis fast zu denHufen gestreiften Beinen ohne dunkle Zwischenbinden aufdem Leib als Böhms Zebra (Equus böhmi) (Fig. 24) be-schrieben. Derartig gefärbte Zebras hat O. Neu mannam oberen Bubu geschossen, und wahrscheinlich sehenalle Zebras aus dem Küstengebiete ebenso aus. Nunerzählte mir aber der leider so früh uns entrissene Herrvon Eltz, dass bei Langenburg am Nyassa ein ganzanderes Zebra lebt. Diese P'orm wird wohl auch inUkonongo bis zur Katani Boga und Karema hin lebenund wahrscheinlich mit dem kürzlich vom Nyassa-Lande beschriebenen Equus crawshayi identisch sein.Weiter sah O. Neumann am Manyara-See Zebras mithellbrauner Muffel, Böhm zeichnete solche aus Unyamwcsiebenfalls mit brauner Muffel. Es ist also anzunehmen,das auch die Zebras des nördlichen Hinterlandes zu einerbesonderen Abart gehören, welche neulich als Equusgranti beschrieben wurde.

Der Elefant ( Elepluis africanus ) unternimmt weiteWanderungen und kommt nördlich vom Pangani zugewissen Jahreszeiten bis an die Küste. Bei Kahescheint eine Herde als Standwild zu leben.

In Felshöhlen, unter Gesteintrümmern, zumeistaber in alten Termitenbauten, leben die Klippschliefer,

Fig. 24. Böhms Zebra, Equus böhmi.

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