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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung
Entstehung
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Wurf Hölzer.

Ueber grosse Teile beider Kontinente von Amerika,über ganz Neu-Holland und auch in einigen kleinerenGebieten Oceaniens ist ein ganz eigenartiger Apparatzum Schleudern von Speeren verbreitet, den man ambesten als Wurf holz bezeichnet.

Geräten aus der Rentierzeit erwähnt, die er alsWurfhölzer auf fasst. Er führt deren mehr als zehn an,alle in Frankreich gefunden und, wie es scheint, alleaus Rentierhorn aus dem Vollen geschnitzt und teil-weise mit Bildwerk bedeckt, das Steinböcke, pferdartigeund andere Tiere vorstellt. An dem quaternären Alterund an der Echtheit der Stücke scheint kein Zweifel

Die nebenstehende Skizze unterrichtet über dieArt seiner Verwendung besser, als eine lange Be-schreibung. Zudem habe ich erst kürzlich*) eine Mit-teilung über die Wurfhölzer in Neu-Holland und inOceanien veröffentlicht und kann mich deshalb hierganz kurz fassen; überhaupt komme ich auf die Sachehier nur zurück, weil auf der Ausstellung mehrere ganzhervorragend schöne Stücke dieser Art zu sehen waren,die ich für meine Arbeit nicht mehr benutzen konnte.Von den besten dieser Stücke aus der Sammlung

möglich, und auch ihre Deutung als Wurfhölzer istwohl kaum anzufechten, wenn sie auch weit kürzersind, als die uns bekannten modernen. A. deMortilletbeschränkt sich darauf, eines dieser Stücke (von Lan-gerie-Basse, Dordogne) abzubilden, die anderen, teil-weise nur in Bruchstücken erhaltenen, aufzuzählen unddie ganze Serie mit den Wurfhölzern von Neu-Holland,Nord- und Süd-Amerika zu vergleichen. Ich möchtenoch viel weiter gehen und die Frage aufwerfen, obwir es hier mit einem neuem Centrum zu thun haben,

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Wurf holz vom Augusta-Fluss.

Vo d. w. Gr. Darunter das Zierstück desselben */i d. \v. Gr. [VI. 10540.)

Herrn v. Hägens ist Taf. XXXI, Fig. 9 das ge-schnitzte Widerlager abgebildet; es reiht sich würdigden schönen Schnitzwerken an, die auf Taf. XI meineroben erwähnten Arbeit gezeichnet sind, und kommtvom Kap Gourdon, also aus der unmittelbaren Nähevon Hatzfeldthafen, von wo die schönsten Stücke desBerliner Museums stammen.

Bei diesem Anlasse darf ich vielleicht auch er-wähnen, dass A. de Mortillet**) in einer Arbeit, diemir bei der Abfassung meines Beitrages zur Bastian-Festschrift nicht gegenwärtig war, eine Reihe von

*) In der Festschrift für A. Bastian. Berlin, D. Reimer 1896.Die Arbeit ist auch als S. A. in den Buchhandel gekommen.

**) Les propulseurs a crochet modernes et prehistoricpies. Revuede Tecole d’anthropologie. Paris 1891. p. 241 ff.

mit einer ethnographischen Provinz, in der das Wurf-holz völlig unabhängig von anderen erfunden wurde,oder ob hier eine direkte Uebertragung anzunehmenist. Bei der sonstigen Seltenheit des Wurfholzes undbei seinem völligen Fehlen in den meisten ethno-graphischen Provinzen werden wir uns wohl für dasletztere zu entscheiden haben. Das würde aber soweitgehende und wichtige Schlüsse auf alte Beziehungenund alte Wanderungen gestatten, dass ich mich hierdarauf beschränken muss, einfach auf die Thatsachehinzuweisen, dass in Frankreich während der Rentier-zeit kleine Harpunenschleudern aus Rentierhorn inGebrauch waren, welche den typischen Wurfhölzerneiniger moderner arktischen Völker völlig analog zusein scheinen.

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