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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung
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244
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Ethnographie.

A.

Togo.

ie schon eingangs bemerkt, wird sich auch derethnographische Teil dieses Berichtes ledig-lich auf Einzelheiten beschränken, die aufder Ausstellung selbst in besonderem Grade bemerkens-wert erschienen. Eine irgendwie zusammenfassende Be-trachtung über allgemeine ethnographische Verhältnisseist grundsätzlich vermieden. Für keines unserer Schutz-gebiete liegen gegenwärtig schon so viele Vorarbeiten vor,dass es möglich wäre, eine irgendwie abgerundete, in sichabgeschlossene und dabei kurze ethnographische Studiezu veröffentlichen. Natürlich könnte man das, was durchglaubwürdige Beobachter bisher ermittelt ist, in dickenFolianten rekapitulieren und durch eine grosse Mengevon Einzelheiten und besonders auch von Abbildungenergänzen, aber kurz und bündig wesentlich mehr zusagen, als z. B. Bartsch in seinem kleinen Lehrbuche*)bereits gesagt hat, das wäre eine Aufgabe, der gegen-wärtig kaum jemand gewachsen sein dürfte. Dies wirderst nach vielen Jahren möglich sein, und viele Fragenmüssen vorher studiert und beantwortet werden, vondenen einzelne kaum eben erst gestellt werden konnten.Unfertige Theorien können in engsten Fachkreisen auf-gestellt und erörtert, sollen aber nicht vor ein grösseresPublikum gebracht werden. So ist für diesen kurzenBericht die Beschränkung auf einzelne thatsächliche Mit-teilungen also naturgemäss geboten gewesen, und nurbei einer solchen glaube ich hoffen zu dürfen, dass so-wohl die Fachleute als auch das grosse Publikum gleich-mässig ihre Rechnung finden möchten.

Was hier nun zunächst für Togo in Betrachtkommt, sind in erster Linie die Leute selbst, die vondort zur Ausstellung gesandt waren, dann die grosseSammlung der Deutschen Togo-Expedition**) die

*) J* Part sch, Die Schutzgebiete des Deutschen Reiches, für dieSchüler höherer Lehranstalten dargestellt. Berlin, Dietrich Reimer 1893.

**) Diese Expedition, deren Entsendung hauptsächlich HerrnKonsul Vohsen zu danken ist, stand unter Leitung Dr. Gruner’s,

Sammlungen der Missionare und last not least die aus-gezeichnete Sammlung, die Herr F. Schänker inTreptow/Rega ausgestellt hatte. Stammt die letzterezwar zum grössten Teile nicht aus dem deutschen Togo,sondern aus der unmittelbaren Nachbarschaft desselben,von der britischen Goldkiiste, so sind doch die wirk-lichen Beziehungen beider Gebiete so enge, dass einewissenschaftliche Untersuchung des einen ohne Rück-sichtnahme auf das andere ganz undenkbar wäre; dieSchänker’sche Sammlung bedeutete deshalb eine über-aus erwünschte Ergänzung des aus Togo selbst aus-gestellten Materials.

Ueber die Leute selbst ist anderweitig so viel be-richtet worden, dass ich mich hier kurz fassen kann.Schon aus der anthropologischen Aufnahme ging hervor,dass sie durchaus kein völlig homogenes Ganzes bildeten.Die Untersuchungen Dr. Prietze’s haben das vollaufbestätigt und, neben den eigentlichen Ew‘e, auch Tschi-und Akra-Elemente unter ihnen nachgewiesen; einerderselben, Bruce, hat auch mir erzählt, dass seine Leutevor 6 oder 7 Generationen aus Akra eingewandertseien. Von nicht geringem Interesse sind schon dieNamen derselben. Ich gebe sie hier nach einer un-gemein sorgfältigen Redaktion von Dr. Prietze, indemich meine eigene ursprüngliche Schreibweise in [ ] da-neben setze. Schon aus solcher Nebeneinanderstellungwird sich auch dem sprachlich weniger gebildeten Leserdie grosse Schwierigkeit ergeben, welche die Ewe-Sprache und ihre Verwandten schon allein lautlich füruns haben.

A. Männer.

1. Nayo, nach dem Fetisch Nayo Friko in Adeli,meist übrigens J. C. Bruce genannt.

dem sich Lieutenant von Carnap-Quernheimb und Dr. Döringangeschlossen hatten. Die ethnographischen Sammlungen derselbensind seither durch Schenkung in den Besitz des Berliner Konigl.Museums für Völkerkunde übergangen, ebenso wie auch die BaselerMissions-Gesellschaft, die katholische Mission in Steyl und HerrSchänker einen wesentlichen Teil ihrer Sammlungen dem Königl.Museum geschenkt haben.

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