Winden aus nördlicher Richtung abgelöst werden, dannzeigt sich bereits Haufengewölk, und in normalen Jahrenkommt es zu vereinzelten Gewittergüssen, die nament-lich im Laufe des November oder Dezember schonganz beträchtliche Wassermengen zur Erde herab-senden. Mit Sicherheit auf Regen rechnen kann manauch in Durchschnittsjahren allerdings erst im Januar,und die eigentliche Regenzeit dauert selbst in den gutbewässerten Gegenden nur bis Ende März. Im Aprilgiebt es allerdings noch einzelne Gewitter, im Mai aberbeginnt wenigstens im Damara- und im südlichen Nama-lande die lange Trockenzeit, deren ununterbrocheneDauer man in normalen Jahren auf 5 bis 6 Monateansetzen kann.
Während die westlichen Landschaften nicht mehrRegen empfangen als die nördlichen Grenzstriche derSahara (o—20 cm), finden wir in den mehr als 200 kmvon der See entfernten Hochländern Niederschlags-
mengen, deren Durchschnitt besser ist als in den ödenKarroolandschaften der Kapkolonie (Omaruru 30 bis35 cm), ja der in den höchsten Teilen des Landes undim nördlichen und östlichen Damaralande ganz guteDurchschnittswerte erreicht (Windhoek 40 cm). Erstsüdlich vom Wendekreise beginnt die Regenmenge sichwieder denen der regenärmsten Kaplandschaften zunähern (Rehoboth noch 28 cm, mittleres Gross-Nama-land wahrscheinlich ungefähr 20 cm durchschnittlicheRegenhöhe). Aber auch in den bestbewässerten Land-schaften ist eines zu berücksichtigen, was leider so oftbei der Beurteilung eines Landes vernachlässigt wird :das sind die unberechenbaren Schwankungen der Regen-menge in guten und schlechten Jahren, die selbstim regenreicheren Hochlande einen höchst ungünstigenEinfluss auf die wirtschaftliche Ausnutzung der Weide-ländereien auszuüben im stände sind.
Dr. Dove.