Waffen, Kleidungsstücke, Hausgeräte, Musikinstrumente,Landesprodukte und eine Reihe von Repräsentantender Tierwelt Togos. Manche dieser Gegenstände wurdenvon dem Königlichen Museum für Völkerkunde inBerlin erbeten und diesem bereitwilligst überlassen:u. a. ein Kriegsgott, Spiess, Armringe, Kalebassen,Fetische und Töpferwaren. Drei grosse Photographienzeigten die verschiedenen Ansichten des Mutterhausesder Missionare in Steyl, das, 1875 vom gegenwärtigenGeneralsuperior A. Janssen gegründet, über 300 Zög-linge der Gymnasialklassen und über 200 Brüder zählt,welch letztere sich den verschiedensten Handwerkenwidmen und namentlich eine grosse Druckerei mitDampfbetrieb besorgen. Ausser einer Ansicht desspeziell für die Missionen des überseeischen Deutsch-land gegründeten Missionshauses Hl. Kreuz bei Neisselagen noch Abbildungen der Missionsstationen in Togovor, sowie auch der dort wirkenden Missionare, umgebenvon ihren Schülern.
Was die Geschichte der deutschen Togomissionbetrifft, insofern sie von allgemeinem Interesse ist, sowurde dieselbe 1892 auf Antrag der Propaganda vomGeneralsuperior A. Janssen übernommen für dessenKongregation und am 28. August desselben Jahres mitzwei ausgesandten Priestern und drei Brüdern eröffnet.Die erste Niederlassung geschah in Lome, von wo sichdie Mission nach dem Osten des Schutzgebietes, in demMasse als sie Kräfte gewann, ausdehnte.
Augenblicklich (Herbst 1896) wirken daselbst5 Priester und 8 Brüder und 17 schwarze Lehrer und2 Lehrerinnen unter dem apostolischen Präfekten undSuperior H. Bücking.
Was die allgemeine Einrichtung der von Missionarenbewohnten Stationen angeht, so enthalten sie überallKapelle und Wohnhaus, Werkräume, Vorrats- undSchulräume. Der letzteren sind stets mehrere, so dass dieSchüler, entsprechend ihren Fortschritten, getrennt unter-richtet werden können, was zur grossen Erleichterungfür Lehrer und Schüler dient. Die Unterrichtsfächersind Religion, Lesen, Schreiben, Grammatik, Rechnen,Geographie und Gesang. Für den Unterricht im Deut-schen sind die Lehrbücher von Bumiiller und Schustereingeführt, ln den Unterricht teilen sich drei Missionaremit den schwarzen Lehrern, deren Gehalt von der Missions-kasse aufzubringen ist. Der Schulbesuch kann für dieAnfänge als rege und regelmässig und die Resultateals befriedigend und zum Fortschritt anspornend an-gesehen werden. Die Schüler sind teils interne, teilsexterne und die Schulzeit von 9—12 und 2—4 Uhr.
Was die Gesinnung der Eingeborenen betrifft, soist dieselbe im allgemeinen eine gute. Lässt sich auchdie eine und andere zur Natur gewordene Gewohnheitnoch nicht aufheben und scheitert so bei den Er-wachsenen der allgemeinere Erfolg der aufgewandtenBemühungen oftmals, so lässt sich doch erwarten, dass
mit der Zeit ein befriedigendes Durchschnittsresultaterzielt wird. Der Besuch des Gottesdienstes kann alsein guter angesehen werden, desgleichen der Eifer,den Kindern eine gute Erziehung zu verschaffen.
Die Thätigkeit der Missionare beschränkt sich abernicht bloss auf Kirche und Schule, sondern erstrecktsich auch auf das materiell civilisatorische Gebiet, zudem zu rechnen ist: Anlage von Wegen, Farmen,Plantagen.
So wurde gleich im Beginn eine grosse Kokos-pflanzung in Lome angelegt, der eine andere inAdjido folgte, und mit Anbau von Kaffee der Versuchgemacht. Da letzterer ein günstiges Resultat verhiess,folgten alsbald andere Arbeiten auf diesem Gebiete,und zu der ursprünglich unweit Sebbe angelegtenFarm (1200 Setzlinge) wurde nahebei ein Grundstückvon ca. 6 ha erstanden, bearbeitet und mit etwa5000 Setzlingen liberianischen Kaffees bepflanzt. Stehtdieser auch an Qualität dem arabischen Kaffee not-wendigerweise nach, so ist es doch nur er, welcher fürTogo Aussicht auf Fruchtbarkeit bietet. Auf Ver-anlassung und Rat der Regierung wurde auch mitdem Anbau von Gummipflanzen begonnen auf einerStation.
Eine für die Kultivierung der Kolonie überauspraktische und von der Mission in grösserem Mass-stabe ausgeführte Arbeit war die Anfertigung vonZiegelsteinen, die zum Zwecke der notwendigen Bautenhergestellt wurden. Sie wurden teils sonnengetrocknet,teils gebrannt verwandt; als Brennmaterial wurde Holzverwandt.
Die Ausführung dieser Arbeiten lag hauptsächlichin den Händen der dorthin ausgesandten Missions-brüder, die ausserdem für Schreinerei, Schmiederei undSchlosserei die notwendigen Kräfte bieten, wie sie auchin zahlreich vorkommenden Fällen von Erkrankungender Eingeborenen durch diesbezügliche Hilfe den Uni-versalcharakter der christlichen Civilisation vor Augenführen im Lande der Unkultur.
Um aber den besonderen Anforderungen, welchedie Erziehung des weiblichen Geschlechts macht, umso besser zu genügen, sind im Herbst 1896 die erstenvier Missionsschwestern nach längerer allseitiger Aus-bildung und mit den notwendigen Ausrüstungen in dieMission abgesandt worden, wo sie voraussichtlich inLome ihre Thätigkeit am geeignetsten entfalten undvon da auf andere Stationen des Ostens verbreitenkönnen.
Die gegenwärtig dort in Arbeit stehenden Missionareverteilen sich auf folgende fünf Hauptstationen, die alleunfern der Meeresküste liegen:
1. Lome. Das dortige Wohnhaus litt seit denvier Jahren seines Bestandes viel von der feuchtenSeebrise. Die naheliegende Kokosplantage erhält sorg-liche Pflege, und die Maispflanzung daneben deckte
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