Vierter Gesang.
1.
Mir war es auf Venedigs Scufzcrbrücke,
Wo ein Palast, ein Kerker vor mir lag,
Als ob die Stadt aus Mecrcsflutcn rückeAuf eines Zaubrers wundcrkräftigen Schlag.Jahrtausend flohn aus ihrem Sarkophag,
Der welke Ruhm verlacht die alten Zeiten,
Wo manch gebeugtes Land so manchen TagGehorcht des Marmorlöwen Flügclsprcitcn,
Als sich Venedig könnt' auf hundert Inseln breiten.
2 .
Des Meers Cybelc, ragt sic aus der FlutMit ihrer Thürmc Diadem noch heuteHinauf in hohrer Regionen Glut:
Die einst das Meer sammt seinen Mächten scheute,Und deren Töchtern ward die Völkcrbcute,
Als noch der Ost, der nimmer ward geleert,
In ihren Schoos Juwclcnschaucr streute.
Sic ging in Purpur; Königen, geehrtDurch ihre Feste, dünkt der eigne Glanz vermehrt.