In diese» Zinnen, diesen Mauern brausteGewalt und Leidenschaft. Stets kampfbereitHielt sich der Raubgraf, welcher stolz hier hauste;
Den Lüsten stöhnend war er keck im Streit,
Wie mächt'gc Helden einer frühem Zeit.
Was ist, das den Erobrcrn sic entrückt?
Daß die Geschichte nimmer sie bcschrcit?
Ein weitrer Raum — ein Grab, mit Prunk geschmücktIhr Hoffen war so warm, ihr Herz durch Stolz beglückt.
49 .
Im Lchnsgefccht, wie in Partcienfehdcn,
Wie viele Thatcn starben unerzählt?
Mit Schildern zwar umgab die Liebe Jeden,
Mit Bildern, gut vom Licbesstolz gewählt,
Sic drang ins Herz, umpanzcrt und gestählt:
Doch ihrer Glut, wild durch die Brust geflossen.War grimmer Streit und Ungestüm vermählt,
Und manche Burg, durch Licbcszwist umschlossen,Sah stürzend, wie der Rhein sich blutgcfärbt ergossen.
»<>.
Du aber, prächt'ger Fluß, deß volle Wogen,Indem sic fließen, segnen rings den Strand,
Dem nimmermehr die Schönheit wär' entzogen,Ließ unberührt dein Werk des Menschen Hand.Und mähte nicht die Frucht von deinem LandDes Krieges Sichel! — In dein Thal hineinDie Wasser schaun, heißt von der Erde RandDen Himmel sehn; doch fühl' ich setzt voll Pein,Was dir o Strom gebricht, — du solltest Lethe sein!