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ist ein gränzenlos-geniales Werk, menschenfeindlich bis zur herbstenGrausamkeit, menschenfreundlich, in die Tiefen süßester Neigung sichversenkend; und da nur den Verfasser nun einmal kennen und schätzen,ihn auch nicht anders wollen, als er ist, so genießen wir dankbar,was er uns mit übermäßiger Freiheit, ja mit Frechheit vorzuführenwagt."
In Venedig lernte er Theresa, Gräfin von Gamba, kennen,welche in ihrem 16. Jahre mit einem Sechziger, dem reichen GrafenGniccioli, vermählt worben war. Byron gewann die Liebe dieserFrau, deren Geist, Herz und Körper von der Natur mit gleich ver-schwenderischem Wohlwollen ansgcstattet waren, und außerdem nochdie Freundschaft ihres Vaters und Bruders, des alten und jungenGrafen Gamba. Bald nachdem die Gräfin mit ihrer Familie Venedigverlassen hatte, folgte Byron ihr im Januar 1820 nach Ravenna,wo er nach ihrer Scheidung in ihrer Nähe lebte. In Ravennabegann er die „Prophezeiung des Dante," und benutzte seine Mußezu ferneren Productioncn, worunter „ Marino Falicro" bcmerklich zumachen ist, den er am 4. April begann und am 16. Juli beendigte.Letzterer wurde bald nach der Herausgabe zu London in Scene gesetzt,und zwar, wie zu erwarten, ohne Beifall, da der Dichter ihn nichtfür die Bühne geschrieben hatte. Er verweilte in Ravenna etwaein Jahr, und dieses Jahr gehörte mit zu den glücklichsten seinesLebens. Trotzdem war seine Reizbarkeit und Kränklichkeit nur imZunchmen.
Unter andern Plänen hatte er damals auch den, mit der GräfinGuiccioli und seiner natürlichen Tochter Allcgra über Frankreichund England nach Südamerika zu Bolivar zu gehen, seinen Namenzu andern und Pflanzer zu werden.
Italien zuckte damals in jene revolutionären Regungen auf, die zueinzeln und auch in sich zu schwach und schwankend waren, um eineUmwälzung der Dinge hcrbeizuführcn, nach welcher das Land seitvielen Jahrhunderten vergebens geschmachtet und gerungen hat.Bvron konnte nicht ohne Theilnahmc bleiben für die Befreiung und
Vereinigung eines unter viele fremde-Kerrscher zertbcilten Volkes, das
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