17
traf, vollendete cr am 31. Dccembcr 1813, und dcdicirte diesesGedicht dem Thomas Moore, den er in seiner Satyre: „EnglischeBarden n»d schottische Kritiker," besonders streng angegriffen, nachheraber sich zum Freund erworben hatte. Obwohl cr in dieser Dcdi-cation erklärte, daß er nun auf einige Jahre nicht mehr vor der Weltals Schriftsteller erscheinen werde, machte cr doch wenige Monatedarauf, jedoch anonym, zwei Gedichte bekannt: cincOdcauf,, Napoleon"und „ Lara," letzteres ein offenbarer Nachtrag zum Korsaren, über dencs sich in Ansehung der Corrccthcit der Sprache, der Stärke der Ge-danken, des Reizes und der Feinheit der Schilderungen noch erhebt.
Byron ward auch Mitglied des Drurylanc-Comits's; doch sagteihm dies nicht zu.
Am 2. Januar 1815 vermählte sich Lord Byron zu Scham,in der Grafschaft Durham, mit der einzigen Tochter des BaronctsSir Ralph Milbank Nocl; doch schon zu Anfang des folgendenJahres, nachdem seine Gattin ihn mit einer Tochter beschenkt, verließsic ihn, und bald darauf ward die Scheidung vollzogen.
Kurze Zeit nach seiner unglücklichen Vermählung gab unser Lordseine „Hebräische Melodien" heraus; im Januar 1816 erschien die„Belagerung von Korinth," und im Februar „Parisina."
Im Frühjahr 1815 ward cr zuerst mit Sir Walter Scottpersönlich bekannt, für den cr Zeitlebens eine innige Achtung undNeigung gehegt zu haben scheint.
Es war am 25. April 1816, als Lord Byron zum zweiten undletzten Male von England absegcltc. Er war zu dieser Zeit bereitsAutor zweier Gesänge vom Ritter Harold, des Giaurs, der Brautvon Abydos, der Belagerung von Korinth, Parisina's, Lara's unddes Korsaren, die dazumal alle erstaunlichen Erfolg gefunden hatten.Es war ihm im Laufe eines kurzen Jahres jede Art häuslichen Un-glücks widerfahren, und er vertraute sich mit allem seinen Vermögenkühn der Sec an, in der Hoffnung, Trost an entfernten Küsten zu finden.In Genf schloß er Freundschaft mit Shelley, vollendete den drittenGesang seines Ritter Harold, schrieb ein neues Gedicht: der,, Gefangenevon Chillon," seine „Trauerrede auf Sheridan" für das Drurylanc-
Byroil'ü Werke l. 2