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Kaiser Otto der Große
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Die Sage von den sieben Ungern.

autsm ssxtsiu rsges Nungarorum oruois patibulo iussit appeuäi, beiOefele 88. rsr. Loisar. II, 8), die darin noch weiter von der Geschichte abirrt»daß sie die Augsburger Schlacht in das Jahr 937 und noch unter die Regie-rung Heinrichs'setzt.' Bemerkenswerth ist, daß an den beiden letzten Orten dieSieben zu Fürsten oder Königen der Ungern gemacht werden.

Nach diesen beiden so weit von einander abstehenden Reihen von Zeug-nissen möchte man nun geneigt sein, den inuern Zusammenhang zwischen ihnenvöllig zu leugnen und das Zusammentreffen der Zahl für ein wunderlichesSpiel des Zusalles zu halten, doch wir stehen hieran noch keineswegs am Endeund eine enge Verwandtschaft beider Formen der Sage läßt sich sogar strengerweisen. Der Mönch Albrich von Trois-Fontaines um die Mitte des 13. Jahrh.benutzte für seine Weltchronik, wie unlängst bemerkt worden ist (Pertz Archiv X,231, vgl. 88. XXIII, 652), cigenthümliche ungrische Quellen- Aus diesenmachte er (p. 767) zu dem aus Otto von Frcising entlehnten Berichte über dieSchlacht aus dem Lcchfelde z. I. 957 den Zusatz: Da illis ssxtoiu IIuAnrisczui lemaussruut uuus ab sis laotus sst rsx. IIü veuisntss irr tsrramLuani totuin poxulum rjui r>on sxisrat cum eis bellum in servitutsmrsäsAsruut; czui nuten, cls istis ssxtsw irati sunt, ipsi sunt moäo viri uobilesiu terra IIuZarie, guamvis eorum uobilitas mague ssrvituti subiaeet.Die Anschauung Albrichs, der mithin die Häupter des magyarischen Volkes, dieStammväter ihres Königshauses und ihres Adels, als die aus- einer Unglücks-schlacht Entkommenen betrachtet, findet eine weitere Stütze bei den einheimischenChronisten.

Keza zwar in seiner ziemlich gedrängten Chronik läßt uns hier im Stiche.Heinrich von Mügeln dagegen in seinen beiden Werken und Johann vonThwrocz 0 berichten» die Ungern hätten zur Zeit ihres Herzogs Taxis oderTocsun (der in die Mitte des lu. Jahrh. gehört) ein großes Heer auf Raubnach Frankreich geschickt, das sich heimkehreud diesseit des Rheines in drei Hau-sen theilte. Der eine von diesen sei in einem Strauße bei Eisenach von demLandgrafen von Thüringen (wofür Thwrocz etwas passender den Herzog vonSachsen nennt) bis auf den letzten Mann erschlagen worden. Nur Sieben, diesich gefangen gaben, schnitt der Sieger die Ohren ab und schickte sie zumwarnenden Beispiele nach Ungarn zurück. Die Magyaren rächten diese Schandedurch ein furchtbares Blutbad» das sie in Schwaben anrichteten, überdies aberwurde durch Volksbeschluß jenen Elenden alle ihre Habe, selbst ihre Familienaberkannt und sie dazu verurtheilt, als baarfuße Bettler ein verachtetes Daseinzu führen (Kovachich 25; Engel 22. 23). Nach einer handschriftlichen Chronikdes 15. Jahrh., die Katona (llistor. erit. primor. IIuuAnrins äueum 467)anführt, soll nachmals der h. Stephan sich ihrer Nachkommenschaft erbarmt undsie zu Pfründnern des h. Lazarus in Gran gemacht haben. Wenn von densieben Magyaren die Rede ist, meint Thwrocz: sx istis itnczus sic änwuntisvulZus äieit, rm» äs ssptsm eapitnusis istis primis" <a. a. O.)

Ucbersehen wir noch einmal den ganzen hier kurz angedeuteten Sagenstoff»so sind vor allein nach Innern Merkmahlen die wesentlichen Züge von den un-wesentlichen, der Kern von späteren Ausschmückungen zu sondern. Zu letzterenrechne ich auf deutscher Seite die Verwechselung der Sieben mit den drei beiRegeusbnrg erhängten Ungcrnsürsten, die aus bloßer Flüchtigkeit oder auch ausprahlerischer Uebertrcibuug entsprungen sein kann. Aber auch die angeblicheVerdammung der Sieben wegen ihrer Feigheit ist sicher spätere Umdichtung auseiner Zeit» da der ungrische Nationalstolz, der sich in den Chroniken oft insehr roher Weise bläht, an der alten Sage Anstoß nahm. Die schmähliche Ver-stümmelung der Gefangenen, die hiemit zusammcnhängt, dürfte vielleicht nichtsanderes sein, als eine weitere Ausführung der Geschichte von dem Hunde ohne

i) Die deutsche Ungernchronik ist nicht, wie Wackernagel (Deutsche Literaturgesch. 349) ansgibt,großentheils nur Uebersetzung aus Simon Keza". sondern viel ausführlicher als dieser undmit der (in Las 6kron. Luäenss und den l'liivrooL aufgenommenen) Chronik von 1338 so genauzuiammenstimmend, daß man nur zwischen Entlehnung oder einer gemeinsamen Quelle dieWahl hat.