Druckschrift 
Kaiser Otto der Große
Entstehung
Seite
437
Einzelbild herunterladen
 

Sendung Liudprands nach Constantinopel 968.

437

gestützt auf seine genaue Kenntnis griechischer Sprache und Sittenund seine alten Verbindungen in Constantinopel, sich anheischig machte,gegen den Verzicht auf Apulien und Calabrien dem jungen KaiserOtto die Hand der Prinzessin Theophano zu gewinnen.*)

So wurde also Liudprand mit den erforderlichen Vollmachtenund überaus reichen Geschenken sowohl für den griechischen Hof alsfür alle seine Gönners etwa im Merz oder April in der That indie stolze Kaiserstadt entsandt, die er über Patras und Corfu am4. Juni erreichte. Otto aber verließ mit seinem Sohne und Heereden Boden Apuliens, indem er nach Rom umkehrte, und bereits am4. Mai finden wir ihn in der Nähe von Civita di Penne in denAbruzzen?) Der Rath des Bischofs von Cremona war ein ver-ständiger, für beide Theile vortheilhafter. Durch die vorgeschlageneVermählung und die damit verbundene Anerkennung seines abend-ländischen Kaiserthums von Seiten der Griechen durfte Otto hoffen,sein Ansehen zu steigern und den Anspruch seines Hauses auf dasKaiserthum zu sichern. Die Abtretung jener beiden vom griechischenReiche behaupteten Landschaften raubte ihm nur, was er ohnehin nochnicht besaß, und bewahrte Deutschland vor sehr weitaussehenden Ver-wickelungen auf einem schwierigen und gefährlichen Gebiete. Demgriechischen Hofe dagegen wurde durch die Aussöhnung mit dem neuensächsischen Kaiserthume die Möglichkeit gegeben, sich ganz ungestörtgegen den gemeinsamen Feind der Christenheit, die Saracenen, zuwenden, denen man so eben erst vergeblich Sicilien zu entreißen ver-sucht hatte.

Durch die Sendung Liudprands, über deren Erfolg lange Zeitnichts verlautete, kam ein Stillstand in die italienischen Verhältnisse,der Otto die Muße gewährte, sich wiederum ganz den deutschen An-gelegenheiten zuzuwenden. Auch örtlich war er der Heimat näher ge-rückt, indem er sich Ende Juni auf einem Berge bei Pistoja, stets

äominus meu8 sontulit, cum iXppuiiam omnsm potestati audllitam, wsoiutervsntu, suius dos 8uggestiono maiuw trrotum S88S äisis (rsdqusrit).Luius rsi tot 8unt iestes, quot sunt totiuo ^.ppulias daditatorss. DieGriechen nannten ihn dagegen (ds§. o. 4) einen Kundschafter.

*) I.SA. o. 7: iniait INS llominus MSU8 all 1s, ul si tidam Romaniimperatoria st Ndsopdanas iwperatrieio llomino mso Ldo suo Ottoniimperatori augusto in soniuxllum trällere volusris, iuramsnto midi atür-ms8, st SAo pro Aratiarnm reeompsnsations dass st dass llominum msumtidi taeturum et odasrvaturum iursiuranllo atürmado, vgl. e. 57. In e. 26beruft er sich aus seine schriftlichen Ansträge.

2 ) IikA. o. 32 ; e. 65: illnä veslrum prstiosi88imum aoutum miro opsrsllsauratum st kabrieatuw, quoll midi llomini wei augusti llsllistib eastsriscum munsribu8, ut amieis meis Kraeoib llarsm. Liudprand erwähnt e. 65den Besuch von Corfu, o. 59 den von Patras auf der Hinreise.

*> Urk. bei DgdsIIi Italia oasra I, 1114 (8t. 445), ausgestellt in eomi-tatu Rinnsnai iuxta üumsn quoll nunsupatur Risaria auf Fürbitte Adel-heids vensrabili epissopo loanni nostro eari88>mo üllsd Bestätigung allerBesitzungen.