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Wichmann bei den Slavcn. Markgraf Gero 963.
durch einen vorüberreisenden Kaufmann sein Abfall und die von ihmund seinen Genossen verübten Räubereien ruchbar geworden. Einigevon seinen Gefährten wurden daher ergriffen und als Hochverräthervon dem Herzoge zum Tode durch den Strang verurtheilt, Wichmannselbst und sein Bruder Ekbert, der sich ihm wieder angeschlossen, ent-kamen mit Noth?) Zu Gero, der früher eine vermittelnde Stel-lung eingenommen hatte, scheint er geflüchtet zu sein?) Dieser, vonseiner Schuld, dem erneuten Friedensbruche, überzeugt, brachte dieDinge auf den Stand, den sie vor der unter seiner Bürgschaft statt-gehabten Rückkehr Wichmanns gehabt hatten. Er überlieferte ihn,der nun einmal keine Ruhe halten konnte, den Slaven, aus derenHänden er ihn empfangen hatte, damit sein kampflustiger Sinn ineine Richtung gelenkt werde, in der er dem Vaterlande keinen Schadenmehr zufügen könne?) Bereitwillig wurde er von ihnen ausgenom-men, und unter seiner Führung zogen sie gegen das mächtige undausgebrcitcte Volk der Lechen oder Polen im Osten und stritten mitihnen in vielen Gefechten. Ihr Herzog Misaka selbst erlitt zweiNiederlagen, sein Bruder fiel durch Wichmann und reiche Beutelohnte die Sieger?)
Gleichzeitig mit diesen polnischen Kämpfen — es war im Jahre963 — zog Markgraf Gero gegen den noch unbezwungenen Stammder Lausitzer, die vielleicht mit den Polen im Einverständnis waren?)Er überwand sie in schwerem Strauße, in welchem er selbst eine nichtunbedeutende Wunde davontrug und nebst seinem trefflichen Neffen ^)
Ebd.: ipss gutem cum trgtre v!x cvasit, doch ohne Zweifel Ecbcrt,da wir keinen andern Bruder kennen. Daß übrigens Wichmann auf HaraldsBedingung eingegangen sei, folgt aus den Igtrociuig keineswegs.
Ein später eingeschobenes Capitel <c. 65) stört den Zusammenhang, dasEingreifen Geros (c. 66) aber ist nicht denkbar, wenn nicht Wichmann zu ihmfeine Zuflucht genommen. Er war (c. 66) 958 in kdc Eeronis lHHgus aus-genommen.
°> Sie werden sehr unbestimmt bezeichnet: dgrbnris g c>uiku8 cumgssumpsit und (c. 59) glienigenis, an die Dänen aber ist mit Dünniges(S. 164) sicherlich nicht zu denken.
^) Ebd. c. 66: blisgcsm rcACm, cuius potestgtis ernnt 8>gvi, quidieuntur lücicgviüi (d. i. Lechen), dusbus vicibus supergvit Irgtremnueipsius iuterkecit ctc. Bgl. Elirouicg b'olouor. I c. 4 (88. IX, 427): Ilicgutem 8emimixl mgAmim ct Memorandum klescliouem proAenuit, lieberden Namen des Volkes s. Schafarik Slav. Alterth. II, 394.
b) Lontin. RcAm. 963: apud 1108 czuoque 8clavi gu! dieuntur I.usiii-2 gni sudduntur. Dadurch bestimmt sich zugleich der Zeitpunkt der polnischenKämpfe, denn Widukind schreibt (c. 67): lio czuoque tempore Oero praeses8Iavos gui clicuntur I^usiüi potentissime vielt. Vgl. 'I'Inetmari llkron. VIe. 38: ad ü,uxici pgAum, in cuius ti-onte urvs quaedam darina stak, gEerone dicta marcliioiie (Gehren im Kreise Luckau, eine Bestimmung, dieGiesebrccht, Gesd?. der deutschen Kaiserzeit II, 6ll jedoch anzweifelt). Es istausfällig, daß lusici schon in der Stiftungsnrk. von Brandenburg vorkommt,allein unterworfen war die Lausitz ja allerdings bereits einmal im I. 932, s.Waitz Heinrich S. 146.
VViduic. III c. 67: nepotisgue vptimi vir! casu. Die GeschwisterGeros waren Sigcfrid, der Stifter von Grüningen, und Hidda nach demXnn. 8axo 965, ein Sohn des ersteren muß der Neffe gewesen sein, wenndarunter nicht ein entfernter Verwandter verstanden wird.