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Kaiser Otto der Große
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Slavische Kämpfe.

treten daher die Anfänge einer neuen Ostmark, die WiedergeburtOesterreichs, uns entgegen. Für jene wie für diese bildete die Schlachtauf dem Lechfelde die nothwendige Voraussetzung, die somit für dieSieger wie für die Besiegten reichen Segen in ihrem Gefolge hatte.So übte dieselbe für die Ungern und ihre Aufnahme in die christlicheVölkerfamilie eine ganz ähnliche Wirkung aus, als 44 Jahre früherdie Niederlage von Chartres auf die Normannen an der Seine. Wiees ohne diesen Sieg im Vaterlande ausgesehen Hütte, darüber schreibtErzbischof Wilhelm noch in demselben Jahre an den Papst: „dieVölker der Barbaren bedrängten also die Christenheit, daß, wenn sienicht durch die Schlacht vertrieben worden, in der Gott selbst füruns stritt, entweder sie uns alle unter ihre Botmäßigkeit gebrachtoder uns so übel mitgespielt hätten, daß wir Zeit Lebens darob hättenseufzen und klagen müssen/")

Gerade zu derselben Zeit, da der König über die Ungern siegte,hatte man in Sachsen in Angst und Sorgen gelebt, theils wegenmancher Unheil verkündender Vorzeichen, theils wegen eines neuen Un-falles im Wendenkriege?) Graf Thiadrich von Nordthüringen nämlich,der Gero vertreten zu haben scheint, versuchte eine slavische Feste ein-zunehmen?) Schon hatte er den Feind bis zum Eingänge des Thoresverfolgt, ihn in die Mauern zurückgedrüngt und die Vorstadt ge-nommen und verbrannt, während alle, die sich noch draußen befanden,gefangen genommen oder erschlagen wurden. Eben wollte er nachErlöschen des Brandes zu einem neuen Angriffe schreiten, als dieSlaven ihren Vortheil ersahen und mit wildem Geschrei den Sachsenin den Rücken fielen, die, nachdem sie zur.Hälfte einen bei dem Orteliegenden Sumpf überschritte» hatten, so eingeengt waren, daß sieweder fechten noch fliehen konnten. Gegen fünfzig Männer fielen soin kläglicher Weise, die übrigen entkamen durch schimpfliche Flucht.

Noch dringender als diese Scharte zogen die Bewegungen imNorden die Aufmerksamkeit des Königs auf sich, welche durch dieVerwandten des Herzogs Hermann hervorgcrufen wurden. In dieserRichtung rückte Otto selbst in's Feld, und es ward als Einleitungfür die weiteren Kriegsthaten zunächst über Wichmann und EkbertGericht gehaltenals Reichsfeinde sollten sie friedlos und verbanntbleiben, ihren Genossen dagegen wurde, wenn sie zurückkehren wollten.Begnadigung zugcsagt. Vielleicht gehörte zu diesen auch Vulfhard,der Sohn Vulfhards, dessen Eigengüter Otto der Michaelskirche zuLüneburg im Jahre 959 schenkte, nachdem sie auf Grund eines

C chnüs Lidl. III, 347. Vgl. unten S. 272.

2 ) Wläulc. III e. 46: InAena intsren pnvoi omnsin Lnxoninin trspiclnrnpro reZs et exereitu eins pro dno ne nävsroa invusit. 'I'errsdnnt nos prne-teren portsntn inusitntn.

Widukind (e. 47) schiebt diese Erzählung mit den einleitenden Worten:Denn es Asruntur in Iloionrin vnris puAnntuin est rr prneaicls Hunärieonäversus dnrbnroa mitten in die Schilderung der Lechfeldschlacht ein, worausman aus Gleichzeitigkeit beider Ereignisse Miessen muß.

i) rvieind. e. 53: iuäientuin 88t, VViedrnnnnuin st Lederdtum prodostidus pndliois lindere oportere, vgl. Kopke Widukind S. 143.