Bestrafung der Aufständischen. Wilhelm von Mainz.
243
In Schwaben also wie in Lothringen, wo'Graf Reginar eine sehr-einflußreiche Rolle spielte, zwang die Noth, die Nachkommen der altennationalen Herzoge wiederum zu erhöhen. In Baiern wurden die-selben umgekehrt in Folge ihrer. Auflehnung jetzt erst gänzlich ent-wurzelt und verschwinden für längere Zeit aus der Geschichte, umspäter unter günstigeren Sternen als Wittelsbacher wieder auf-zutauchen. Das; nicht bloß die Häupter, sondern auch viele ihrerAnhänger mit Verlust ihres Besitzes büßen mußten, läßt sich mitSicherheit anuehmen. Dahin gehören wahrscheinlich der Graf Ernstim Sualafelde, der edle Diotmar im Radenzgau und Nordgau,Hunald, in Hessen, dem Nahegau und Kunigeshundra begütert, denenals Aufrührern ihre Eigengüter öffentlich abgcsprochen wurden. H
Für das erledigte Erzstift Mainz ließ Otto am dritten Advents-sonntage, dem 17. December, seinen unehelichen, zum geistlichen Standeerzogenen Sohn Wilhelm als Erzbischof wählen, der schon acht Tagespäter am Weihuachtsfeste in Mainz die Weihe empfieng. Aufden am 13. September verstorbenen Bischof Thiothart von Hildes-heim folgte der zweite Magdeburger Abt Othwin, vormals Mönchin Reichenau. 3) In das Kloster St. Gallen kehrte der vertriebeneAbt Kraloh zurück, nachdem Anno am 1. December durch den Todder sonst vielleicht unvermeidlichen Absetzung entgangen war.
Die Wahl Wilhelms brachte das dritte und weitaus wichtigsteder drei rheinischen Erzbisthümer in die Hände eines nahen Ver-wandten des Herrschers, denn in Trier führte gleichzeitig sein Oheim,in Köln sein Bruder den Krummstab. Die Familienpolitik Ottos,
>) Die darauf bezüglichen Urk. hat Waitz zum Theil znsammmgestellt, beiDünniges S. 72 A. l—4. Vgl. oben T. 207 A. I. Am 12. Juni 959 machteO. seinem getreuen Hartmann eine Schenkung guieguicl ksrsclitarii iurisklrnust kabuit in villa ^.kuse et in villa IVestksim iu eomitatu siusüsmXruusti eowitis (an der Wernitz», vgl. oben S. 232 A. 3. Am 24. Febr. 960an Thiatgoz czuieguici Ilunolcl ksrsäitatis vel propristatis Kaders viäs-katur. . so guoä omuis kersckitas st propristas prsäieti Duualäi uostrsrsZis potsstati in puklieo mallo iuäieio seakiuorum iure iuäioata est(Wenck Hess. Landcsgesch. II, 30, 8t. 269). Am 4. Febr. 961 schenkte O. anSt. Emmeram partem ksrsäitatis euiusäam uokilis viri Diotmar voeatizu Bremberg im Nordgau uostras rsZiae potsstati iuäieio seabinsorumeum omuibus czuas ipsius iuris erant pro suo eomissu iuäieatam für dasSeelenheil desselben (Llou. Loiea XXVIIla, 188, 8t. 278). Am 10. Sept.960 äuas partes propristatis, quam Diotmarus iu pago liatiu^Aorvs ineomitatu Lsroktolcii Kaders visus est st iam iuäitio >>opuli aä uostrumins rsäaetum est, tertia parts relieta guam sauoto Ilikauo äispouimusan das Nonnenkloster Drllbeck sa vickel. rations, ut äuarum partium supra-üiet. msäistatsm soror ipsius Diotmari DerdirA nomine in eoäsm loeovsiata ctiekus vitas suas acl siki servieuäum possiäsat (8tumpl ^.eta imp.insä. 300; GeschichtSq. der Provinz Sachsen V, 2>.
2luu. ^ußieus. 954 (äaüs Dikl. III, 706). Vgl. oben S. 8 A. 2.
ch ^uu. Diiässkeim. 954, Xserol. Dulä. mai., miu. 954, Diläeskoim.,Ikistm. Okron. II e. 6; Irans! 8. Dpipksnii e. 1: Otkrviuus . . ipslprineipi tautnm eommsnciatus ciuautum käs prokatus, Val. e. 6 überReichenau <88. IV, 249. 250).
Vgl. oben S. 225 A. 1-2; Dkkekarcii Oasus 8. Outli ;8J. II,113. 114).
16 »