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Kaiser Otto der Große
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226
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226 Bruno, Herzog von Lothringen. Versammlung zu Achen 953.

ihm Abschied, der ihm allein treu geblieben, sein einziger Trost undseine einzige Hoffnung sei, nachdem Sohn und Eidam zu Räubernund Hochverrätern, zu Verwüstern des Reiches geworden seien?) Er-wöge sich nicht an dem Tadel derer stoßen, die das Schwert für-unvereinbar mit seinem heiligen Amte hielten: habe doch der Erz-bischof Friedrich, indem er vorgab, in frommer Muße leben zu wollen,nur zu viele zum Abfalle verführt und den Feinden in die Händegearbeitet. Noch ließ der König, wenn auch schwer bekümmert undbedrängt, den Mut nicht sinken, und er durfte fest auf den Beistanddes Bruders trauen. An ihm hatte er die beste Wahl getroffen, dieer überhaupt treffen konnte 2): königliche Herkunft und Würde, männ-liche Reife in den Jahren jugendlicher Thatkraft, ein sich stets gleich-bleibender Ernst, der nichts Finsteres oder Abstoßendes zeigte, Strengegegen sich selbst, gepaart mit Milde gegen andre, eine für jene Zeitstaunenswertste Gelehrsamkeit mit der gründlichsten Geschäftskunde,alle diese Eigenschaften, durch welche Bruno der nächst dem Königeangesehenste Mann im Reiche, der vertraute Mitwisser aller seinerPläne geworden war, befähigten ihn auch, im Westen seine Stelle zuvertreten, während Otto selbst sich dem Osten zuwandte.

Zu Achen hielt Bruno am 21. September eine große Versamm-lung aller zur königlichen Partei gehörenden Bischöfe und FürstenLothringens, um sie in der Treue für die gute Sache zu befestigengegen alle Drohungen und Versprechungen, die sie davon abwendigmachen könnten?) Unter den Anwesenden bemerken wir den Erz-bischof Rodbcrt von Trier, die Bischöfe Baldrich von Utrecht, Berengarvon Verdun, Fulbert von Kamerik, ferner Hildebald von Münsterund Drogo von Osnabrück. Der Kreis dieser dem Könige ergebenen

211): oum Irator imperatoris Ottouis I. . . Lruuo vooatus molioros I^o-tliariuAiao vpisoopatus Vrovereusom seil, et Oolouiousom uoonon maximamrvAni kuius partom in sua lladorot potostato . . Den längeren Zwischenraumzwischen der Ernennung zum Erzbischof und zum Herzog laßt nur Ruotger deutlicherkennen. Denkt man bei jener aber an> die erzbischöfliche Weihe, so fällt inder That beides zusammen. Den von Ruotger erfundenen Ausdruck arolückuxschrieben ihm Spätere nach, z. B. der Verfasser der Vrausl. 8. Lvor^isli (88.IV, 279), Sigebert von Gembloux in der Vita Osocksriei I 0 . 7 (ebd. 467)und in der Chronik z. I'. 959 u. s. w.

r) Die Abschiedsrcde Ottos dürfte in der Hauptsache Ruotgers Werk sein,wie auch Giesebrecht (Kaiserzeit I, 826) annimmt.

2) Die ausführliche Schilderung Ruotgers bestätigt Hrotsvith v. 63: Ipsiäoua äsäit (so. Olrristus) tautso praoolara sopüiao, H ezuock non sst illopouitus sapioutior uilus H iuter mortales tia^iiis muncki sapieutos; V. Io-Irauuis 6vra. 0 . 116: Bruno . . Avrmanus re^is, sapiontia 6t pruckontiaoum roruw pudliosrum tum omuium lidoralium oruckitious ckisoiplinarumita ackprimo oruckitus, ut sui tomporis omnos suporarot 6t antiquospono aoguiporarot . . omuium tuuo tomporis pudlioo ao privatim aA6n-ckorum oommunieator ao pruclentissimus 6rat oonsuitor; V6clulr. II 0 . 36:Brun msAnus 6rat inZonio, ma^nus seiontia 6t omni virtuto ao iuckustria.Werthlos ist die jüngere Vita der Königin Mahthilde 0 . 9, s. dazu Heerwagenin den Forsch, z. d. Gesch. VIII, 374.

2 ) ItuotAvr. o. 21. Die Daten dieser Versammlung und der Weihe Brunosgibt uns Ratherius in seiner kdronosis 0 . 1 (88. IV, 262 u. 11), vgl. VogelRatherins S. 181.