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Flucht Berengars von Jvrea 941.
stütze des Karolingers Ludwig. Eben deshalb hatte Otto seine Waffenbis in diese Gegenden getragen, um seine Partei in Westfranciengegen Hugo zu sichern.
Die burgundischen Verhältnisse standen mit den italischen in en-gem Zusammenhänge; von den einen wurde Otto bald genug aufdie andern hingclenkt. Nachdem Hugos rücksichtslose Härte gegenalle, die ihm gefährlich oder verdächtig schienen, bereits früher so weitgegangen war, daß er von seinen eigenen Halbbrüdern den einen,Markgrafen Lambert von Tuscien, blenden ließ, um ihn unschädlichzu machen, den andern, Boso, einsperrte, wandte sich sein Argwohnendlich auch gegen die beiden Söhne des Markgrafen Adalbert vonJvrea, gegen Berengar und Anskar. Beide bisher zu seinen Anhän-gern zählend?) nahmen unter seinen Vassallen fast die mächtigsteStellung ein, indem der ältere dem Vater in der MarkgrafschaftJvrea gefolgt war, mit der er die Grafschaft Mailand vereinigte, derjüngere die Marken Spoleto und Camerino verwaltete. In beidensah König Hugo Nebenbuhler und fürchtete Anskar wegen seineskecken Mutes, dem man jedes Wagnis zutraute, Berengar seiner hinter-hältigen Schlauheit halber?) Durch seinen Pfalzgrafen, den Bur-gunder Sarilo, der scheinbar auf eigene Hand Fehde begann, ließHugo zuerst im Jahre 940 Anskar, den Sohn seiner Schwester Er-mengarde, aus dem Wege räumen. Gegen Berengar, der, durch seineMutter Gisela ein Enkel des Kaisers Berengar, ihm noch gefährlicherdünkte, gedachte der König die oft erprobten Wege Per List einzu-schlagen, um seinen vermeintlichen Umtrieben zuvor zu kommen. Ersollte bei Hofe freundlich empfangen, .sodann aber ergriffen und ge-blendet werden?) obgleich er mit Willa, einer Nichte Hugos, vermähltwar. Des Königs eigener Sohn Lothar, noch im Knabenalter stehend,warnte in kindlicher Unschuld Berengar vor diesem Anschläge, vondem er zufällig vernommen hatte. Schleunig floh der Markgraf aufdiese Kunde über den St. Bernhard durch Burgund nach Schwaben
') Am 12. Merz 929 bestätigte Hugo dem Kloster Coelum aureum beiPavia alle seine Besitzungen per IIsi-snAarium illuotrsm waroüionsm stäilsstum üäslsm nostrum (Forsch, zur d. Gesch. X, 295).
2) Inuäpr. Xnt. V s. 4: I'ar iä tsmpus Lsrsngsi-ius atqus Xnsearinsin Italia Iratrss vlarsdant . . Quorum IIsrenAarius oonsiliis proviäus, in-gsnio salliüns. Xnsoarius vero rut iznoälivst tnoinuo promptem, vgl. II s.56. Der Fall Anskars wird, wie schon Köpke <1)s vita lnueipr. p. 51) be-merkte, durch die Xnn. Marlens. 940 (88. XII, 588): Xnseariim inaroinoobiit, zeitlich bestimmt. Noch im Febr. 941 saß oivitats blsciiolsni eurtsänoati zu Gericht IlerenAarius msrolno st eomss siuselsm bloäiolani inoomitatn(?), mit ihm der Bicegraf Bertar (ülon. lüst. patr. XIII, 951), mit-hin muß seine Vertreibung später fallen.
2) Diuüpr. Xnt. V o. 10. 11. Der mono ^.vinrn ist nicht, wie Pertzangibt, über 10000 Fuß hoch, sondern nur 6584. Willa floh also in der Rich-tung von Bellinzona nach Chur und zwar riAiäas tsmpors brums (d. h. ent-weder im Frühling 941 oder im Winter 941 zu 942). Vgl. Meyer Die rvm.Alpenstraßen (Mittheil, der Züricher antiqnar. Gesellschaft XIII, 138), KellerEinfall der Saraceuen (ebd. XI, II). Es ist durchaus nicht nothwendig, mitGinginsUa Sarraz (Archiv für schwciz. Gesch. IX, 189. 190) anzunehmen, daßOtto dem Herzog Hermann die Regierung Burgunds übertragen habe.