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Kaiser Otto der Große
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Stiftung des Klosters Quedlinburg.

berichtet es; wäre es wirklich geschehen ., Widukind hätte in seinemausgeführten Bilde es nicht vergessen können. Doch mag sie derHandlung beigewohnt haben. Wer sonst noch von den königlichenBlutsverwandten anwesend war, ist nicht mit Sicherheit zu sagen.Die Königin Mutter, der Halbbruder Thankmar schwerlich, Heinrichgewis nicht, in Sachsen war er unter der Obhut des Grafen Sieg-frid, die kaum noch für eine Mundschaft, sondern für eine Art ehren-voller Haft gelten kann, die seine bedenkliche Gegenwart vom Krö-nungsschauplatze fern halten sollte?)

Ob endlich jetzt oder später ein allgemeiner Treueid gefordertund geleistet worden sei, wird nicht gesagt, aber nach dem Gebrauchefrüherer Zeiten ist die Leistung durchaus wahrscheinlich.

Die erste Regierungshandlung Ottos war ein Akt der Pietät, indemer einen letzten Beschluß des dahingeschiedenen Vaters vollzog, undüber der Gruft desselben eine bleibende Stätte kirchlichen Diensteserrichtete. Es war die Verlegung des Klosters Wendhausen nachQuedlinburg; zugleich ward diesem eine höhere Aufgabe gestellt.Frauenklöster, in denen die Töchter der Fürsten und Grafen unterdem steten Waffenlärm und politischen Kümpfen eine Freistätte undBildungsschule fanden, waren ein hohes Bedürfniß. Die Ahnen desKönigshauses, Hathumod, Mahthilde selbst und deren Großmutterwaren in Herford erzogen worden oder heimisch gewesen?) Ganders-heim, eine Familienstiftung der älteren Generation, auch Wend-hausen hatte demselben Zwecke dienen sollen. Es gehörte zu den äl-testen Klöstern des Sachsenlandes, denn Gisela, die Tochter jenes ost-fälischen Edelings Hessi, der zu den Vorkämpfern gegen Karl denGroßen zählte, hatte es im Harzgau an der Bode begründet, in derGegend des heutigen Thale, etwa eine Meile von Quedlinburg. Aberdie Mittel der Stiftung waren dürftig, und es hatte keinen sonder-lichen Nutzen gebracht, daß Liutbirg, die Pflegetochter Giselas, unferndesselben in einsamer Bergzelle ihr Leben als heilige Klausnerin be-schloß?) Schon zur Zeit Heinrichs wiesen die Fürsten selbst auf dieNothwendigkeit einer Umgestaltung hin, da das Kloster zu arm sei,als daß ihre Töchter dort sicher aufgehoben seien?) Als Heinrichstarb, hatte die Aebtissin Diemot bereits ihre Einwilligung ausge-

1) IViänlr. II, 2 : AZikriäns vero . . nntriensgus inniorein Ilsiurieuinsseuin tsnuit; II, 11: liverwu-Uus autern sseuin tsnuit Iloinrieuin; balddarauf heißt dieser eaptivus. S. auch oben S. 14 A. 2.

2) HZii vita Latüuinockas v. 3 (88. IV, 167); Vit. aut. Nadtb. 3; vitapost. 2.

Vita. s. InutdirAse 2 (88. IV, 159): I» loco gni äieitnr VH-tbonns, in provineia 8axonias iu ps^o oui ckivitur IlartliSAsrvi io saltn guivoeatur Harr, gui äiviäit 8axoniain et PdurinAiarn; nachher heißt es 4Vina-äodusuu. In der Urkunde 13. Seht. 936 8t. 56: IVinatdonusun . . . situinin psgo IIsrtI>s.gao in eoinitstu IHsäinsri. Ueber die Einschließung derLiutbirg Vits. 23, S. 162. Die spslunvs. ui>i gusckam UiutbuiA siuonchainluit inelusa et aeeelssiain ibidem in bonors s^ Niebaslis areban^slieollstrneta.ni schenkte Otto 5. Dec. 956 an Quedlinburg (Lratb S. 9,8t. 248.) . . ..

Vita ant. Nabtb. 6, post. 7.