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Kaiser Otto der Große
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Ottos Krönung in Achen.

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dache erhebt, und während die untern sich zum Sechzehneck entfalten,bewahren die obern die ursprünglich achteckige Figur. Aus den Bogen-öffnungen der Rundgänge blickt man hinab in den Hauptraum?)Es waren jene Deambulatorien, wie Widukind sie nennt, welche be-stimmt waren, das Volk aufzunehmen, nicht etwa nur neugierige odergleichgiltige Zuschauer, sondern das Volk, dem sein König dargestelltwerden soll, das altgermanische Heer, dem ein Bestätigungsrecht derWahl zusteht. Doch kann die Zahl derer, die hier Raum hatten,nicht sonderlich groß gewesen sein; mußte sich aber die Menge außer-halb der Kirche und Pfalz ihren Platz suchen, so fragt sich weiter,wer zu jenen Räumen Zutritt fand, ob hier die Auswahl oder derZufall entschied. Das letzte ist kaum anzunehmen; werden zwar jeneZeugen als Plebs bezeichnet, so werden doch die nächsten für dieseStelle die Dienstmannen und kleinern Vassallen gewesen, die nicht ander Wahlhandlung Theil nahmen, aber jetzt geradezu das alte Volks-heer vertraten.

Der Erzbischof Hildebert von Mainz im vollen Ornate, in demweißen leinenen Talar, darunter die Stola und das priesterliche Ober-gewand, die Planeta?) den bischöflichen Stab in der Rechten, schreitetdem Könige und seinem Zuge entgegen, er empfängt ihn an derPforte, mit der Linken ergreift er dessen Rechte, so geleitet er ihn indie Mitte, damit sich die Augen des ganzen Volks, das nun bei-sammen ist, auf ihn richten sollen. Der König trägt den enganlie-genden fränkischen Rock, als ein Mann fränkischen Rechts erscheinter, der mit den Insignien der fränkischen Herrschaft bekleidetwerden soll. Es beginnt die Weihe und Krönung. So ausführlichWidukind auch beschreibt, was er gibt, ist nur ein Bericht, der daswichtigste in einigen Lichtpunkten sammelt und minder bedeutendesübergeht. Er malt in großen Zügen und kann dem Vorgänge selbstgegenüber nur lückenhaft sein. Gleichzeitige Zeugnisse, ihn zu prüfen,fehlen, doch gibt es einige ältere und spätere, in's Einzelne gehendeKrönungsordnungen, aus denen sich das Bild in manchen Punktenvervollständigen und bestätigen läßt?) Der Erzbischof führt den König

*1 a. a. O.: Rain srant cisamdulatoria iut'ra snpragns in illa

dasilisa in rotnnänm Lew; nach Lindarä. vit. klar. 32: Oorona, guas intsrsnpsriorss st inferiores arsus intsriorsin ssäis portam ambisbat; s. 17:Lasilisa s. äsi Asnitrieis ?guisgrani opsrs miradili sonstrusta; e. 26ist sie iniras pulellritnäiuis . . . anro st arAsnto st lurninaridus atgnssx asrs solicio sanssllis atgns iannis säoruavit; das Grab, die Pfalz s. 31,22; Dtnstmar. II, 1: In aesslssia s. ölarias ssinpsr virAinis, gnain enmoinni eiiliKsntia ma^nns soustruxit Raroins. lieber den karolingischen Grund-ban des Münsters Nolten a. a. O. S. 2. 7. 39; Quix, historische Beschreibungder Münsterkirche in Achen 1824 S. 5 ff., Debev, die Münsterkirche zu Achen1851 S. 6 ff.

*> Ein sonderbares Mißverständnis von Dünniges Staatsrecht S. 384 istes, daß der Erzbischof den König mit diesen priestcrlichen Gewändern bekleidethabezum Zeichen der geistlich königlichen Gewalt".

Bgl. über die Uebereinstimmung Widukinds mit den späteren F»rmelnWaitz, die Formeln der deutschen Königskrönung S. 28. 29, Verfassungsgesch.