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Einleitung^
Jeden mußte in festeren Umrissen erscheinen, stnd Mänches .zur Geltungkommen oder danach streben, was bisher in'der Stille gewirkt hatte.
Wie hoch man den Werth der Formen und gegebener Zuständeanschlagen möge, immer sind es die Menschen, durch die und umderentwillen jene da sind, die sie'mit Blut und Leben erfüllen, daszunächst Bewegende und Treibende sind sie, ein Jeder nach seinerArt und Begabung. Und gerade in jenen Zeiten, Uw die neuen,politischen Formen sich langsam und unsicher aus älteren Trümmernerhoben, besaßen sie nur in so weit eine allgemeine Geltung, als siedurch eine starke Hand gehalten und die Nothwendigkeit ihrer An-erkennung fühlbar gemacht wurde. Eben das hatte Heinrichs persön-liche Kraft vermocht, und darum war er Hersteller und Herrscher desVolks geworden. Aber ebenso gab es andere Naturen, die bereitwaren, jene heilsamen Schranken in jedem Augenblicke zu durchbrechen,das Maß ihres engeren Daseins anderen als Gesetz aufzuzwingen,und mit Jedwedem in den Kampf zu gehen. Es sind gewaltige undgewaltsame Menschen, von ungebtüchener Frische, sinnlich erregt, leiden-schaftlich, heißblütig im Wollen wie im Handeln, sei es in Liebe oderHaß, voll tiefer Gegensätze', habgierig und entsagend, hochfahrend,trotzig und demütig, roh und reuig zerknirscht, stets bereit, Allesauch an ein geringes Spiel zu setzen, wenn sie innerlich davon er-griffen, aber auch eben so unbedenklich es dem höchsten Gedanken zuopfern, wenn sie ihm unterthan geworden sind. Denn sehr würdeman ihnen Unrecht thun, wenn man sie für die höchsten Gedankenunempfänglich nennen wollte. Gerade das ist die Prägung dieserZeiten, daß die großen universalen Ideen des Staates, vornehmlich derKirche, nicht allein durchdrungen und ungenommen wttden, sondernsich endlich in dauernden Formen festsetzen; nur geschieht es unterfortwährendem Kampfe, nicht stetig und gleichmäßig, sondern mehrstoßweise, dann aber mit gewaltiger und durchgreifender Wirkung. Esist eine unbändige Jugend mit allen Uhren WorMgen- und Fehlem,au der sich ein sittlichst Erziehungsprvcdß''v'öllzieht/ der durch stetserneute Rückfälle unterbrochen wird. Wohl beugt man sich demhöchsten Gedanken, oft knirschend und itrgrüNmig. Darüm kann mander Versuchung nicht widerstehen, ihn^ selbst gelegentlich nach dereigenen Leidenschaft beugen'zü wollen.'/U .
Unter diesen Menschen erwecken die vor Allem die höchste Theil-nahme, in denen jener Gedanke- als ursprünglicher"-Gottessunke lebtoder lebendig wird, die, wenn schon selbst nicht frei von Leidenschaft,sich doch über das chaotische Gewirr erheben, und,"indem .sie die wildenKräfte bändigen und einigen, sich nicht ohne großarftge ^emut' alsdie Dienstmannen eines höheren Herrn suhlen. Welche Macht ihnen auchihre Stellung gebe, sie ist doch Nur ein Schwert, Pas'des Armäs wartet,der es zu schwingen vermöge, und fdäs ist w.iÄst düs Persönliche. Eswird daher gerechtfertigt sein, einen Blick auf die Lgges des Herrscher-hauses ft zu werfen, in dem Augenblicke,, da es fein Haupt verloren
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*) In der Stiftungsurkunde für Quedlinburg lä. Sept. 936 (Ürutb 6oäsx