Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
310
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ZI0

Gegen Mittag, wenn die Jagd am stärksten istund der König dem Falken nack'geM seyn wird, ent-zieht Enck allein, wenn Ihr allein kämmt, mit der Kö-nigin von Navarra, wenn ste Euch folgt. Fünfzig derUnseren werden in dem Pavillon von Franz l. ver-borgen seyn, wozu wir den Schlüssel haben; keinMensch soll erfahren, daß sie dort sind, denn sie kom-men bei Nacht und die Läden werden geschlossen.

Ihr reitet durch die Allee des Violettes, an derenEnde ich wachen werde: rechts von dieser Allee, in einerkleinen Lichiung, sind die Herren de La Mole und Co-connas mit zwei Handpferdeu. Diese frischen Pferdesind bestimmt, die Eurigen zu ersetzen, sollten sie zu-fällig müde sepn."

,,Golt befohlen, Sire; sehd bereit, wir sind es."

Und Margarethe sprach nach sechzehnhnndert Jahrendieselben Worte aus, welche Cäsar an den Ufern desNubieon ausgesprochen halte.

,,Es sep, Madame.' antwortete Heinrich,ichwerde mich Euch nicht widersetzen."

Vorwärts, Sire, werdet ein Held, das ist nichtschwierig; Jbr habt nur Euren Weg zu verfolgen: undmacht mir einen schonen Thron," sprach die Königinvon Navarra.

Ein unmerkliches Lächeln schwebte über die seineLippe des BearnerS hin. Er küßte Margarethe, dieHand und ging, ein Liedchen trällernd, zuerst hinaus,um den Gang zu erforschen.

Diese Voisicht war nicht schlecht: in dem Augenblick,wo er die Thüre seines Schlafzimmers öffnete, öffneteAlen^on die seines Vorzimmers Heinrich machte Marga-rethe ein Zeichen mit der Hand und sagte dann ganz laut:

Ah! Ihr seyd es, mein Bruder, ich nenne Euchwillkommen."

Bei dem Zeichen ihres Gemahls begriff die KöniginAlles und warf sich rasch in ein Anklcidecabinet, dessenThüre ein dicker Vorhang bedeckte.