Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
283
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„Wann hat man gejagt?"

„Heute."

„Also wird man in acht bis zehn Tagen abermalsjagen?"

„Ohne allen Zweifel."

„Hört: Alles scheint mir vollkommen ruhig. DerHerzog von Anjou ist abgereist; man denkt nicht mehran ihn. Der König erbolt sich täglich mehr von seinerUnpäßlichkeit. Die Verfolgungen gegen uns haben beinaheanfgehört. Macht der Königin Mutter, macht Herrn vonA'lenyoiU freundliche Augen: sagt tiefem immerhin, Ihrkönnet nicht ohne ihn «Preisen. Gebt Euch alle Muhe,daß er es glaubt, was das Schwierigste dabei ist."

„Sen unbesorgt, er wird cs glauben."

„Denkt Ihr, er habe so großes Zutrauen zu Euch?"

„Nein, Gott soll mich behüten; aber er glaubtAlles, was ihm die Königin sagt."

„Und die Königin dient uns mit redlichem Herzen?"

„Ich habe den Beweis davon. Ueberdieß ist sieehrgeizig, und die fehlende Krone von Navarra brenntihr im Geiste auf der Stirne."

„Nun wohl, drei Tage vor dieser Jagd laßt mirsagen, wo sie stattsiuden wird, ob in Bondy, inSaint-Germain oder in Rambouillet. Fügt bei, Ihr wäretbereit, und wenn Ihr Herrn de La Mole vornberreitenseht, so folgt ihm und reitet scharf zu Seyd ihr ein-mal außerhalb des Waldes, so mag die Königin MutterEuch nachlaufen, wenn sie Euch haben will. Doch ichdenke, ihre norgiänniichen Pferde werden nicht einmaldie Hufeisen unserer Barberrosse und unserer spanischenKlepper sehen."

„Abgemacht, Mouy."

„Habt Ihr Geld, Sire?"

„Nicht zu viel; doch ich denke, Margot hat."

„Wohl, mag es Euch oder ihr gehören, nehmt soviel davon mit, als Ihr könnt."

„Aber Du, was wirst Du mittlerweile machen?"