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Neben dem Bischof ritt der Palatin kasco, einmächtiger Herr, der der Krone so nahe stand, daß erden Reichthum eine« König« besaß, wie er auch denStolz eine« solchen hatte.
Nach den zwei vornehmsten Gesandten, welche zweiandere Palatine von hoher Geburt begleiteten, kam eineAnzahl polnischer Herren, deren mit Seide, Gold undEdelsteinen geschirrte'Pferde den lärmenden Beifall desVolkes erregte». Die französischen Cavaliere wurden inder That, trotz des Reichthums ihrer Cgnipirung, von denAnkömmlingen, welche fle verächtlicher Weise Barbarennannten, völlig verdunkelt.
Bis zum letzten Augenblicke hatte Katharina gehofft,der Empfang würdr noch verschöbe» werden, und dieEntscheidung des Königs würde seiner fortbestehendenSchwäche unterliegen. Als aber der Tag erschien, alssie Karl, bleich wie ein Gespenst, den königlichen Man-tel anlcgen sah, begriff fic, daß man sich scheinbar un-ter diesen eisernen Willen beugen mußte, und der sichersteTheil für Heinrich von Anjou wäre die glänzende Ver-bannung, zu der man ihn verdammt batte.
Abgesehen von den paar Worten, die er gesprochen,als er die Augen in der Sekunde öffnete, wo seineMutter aus dem Cabinet trat, hatte Karl seit derScene, welche die Krise herbeiführte, der er beinaheunterlegen wäre, nichts mehr mit seiner Mutter geredet.Jedermann im Louvre wußte, daß ein furchtbarer Streitzwischen ihnen stattgefunden hatte, ohne, daß man dieUrsache dieses Streites kannte, und die Kühnsten zitter-ten vor diesem kalten Stillschweigen, wie die Vögel vorder bedrohlichen Ruhe zittern, die dem Sturme vorher-geht.
Indessen hatte sich Alles im Louvre vorbereitet,allerdings nicht wie für ein Fest, sondern wie für einetraurige Ccremonie. Der Gehorsam jedes Einzelnen warKönigin Margot. II. 16