Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
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wecke mich, denn wir müssen um sechs Uhr an der Bastille sehn.Gute Nacht, Heinrich. Mache es Dir so bequem, als Dukannst. Aber," fügte er bei, indem er sich dem König vonNavarra näherte' und ihm die Hand auf die Schulterlegte, ,,bei Deinem Leben, hörst Du wohl, Heinrich, beiDeinem Leben, gehe nicht ohne mich von hier fort."

Heinrich hatte in dem, was er nicht völlig begriffen,wenigstens zu viel geargwohnt, nm den Worten dcß Kö-nigs nicht zu gehorchen. '

Karl IX. ging in sein Zimmer, und Heinrich, derharte GebirgSmann, machte eS sich in seinem Lehnstuhlebequem, wo er bald die Vorsichtsmaßregel seines Schwa-gers, ihn weit von sich zu entfernen, rechtfertigte.

Am andern Morgen wurde er mit Tagesanbruchvon Karl geweckt. Da er völlig angekleidet gebliebenwar, so brauchte er nicht lange Zeit zu seiner Toilette.Der König war glücklich und heiter, wie man ihn nieim Louvre sah. Die Stunden, die er in diesem kleinenHause zubrachte, waren seine Svnnenstuuden.

Beide gingen durch das Schlafzimmer zurück. Diejunge Frau schlief in ihrem Bette, das Kind schlief inseiner Wiege. Beide lächelten im Schlafe.

Karl schaute sie einen Augenblick mit unaussprech-licher Zärtlichkeit an. Dann wandte er sich gegen denKönig von Navarra um und sagte:

Hcnriot. solltest Du je erfahren, welchen Dienstich Dir diese Nacht geleistet habe, und sollte mir je Un-glück begegnen, so erinnere Dich dieses Kindes, das hierin seiner Wiege ruht."

Dann küßte er Beide auf die Stirne, ohne HeinrichZeit zu einer Frage zu lassen, flüsterte:Auf Wieder-sehen, mein Engel," und entfernte sich.

Heinrich folgte ihm nachdenkcnd.

Pferde, ,von Cdellenten gehalten, welche Karl IX.zu diesem Behufe beschiedcn hatte, erwarteten sie an derBastiile. Karl hieß Heinrich durch ein Zeichen aufstci-gen, schwang sich selbst in de» Sattel, ritt durch den