Druckschrift 
5/8 (1845)
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

«4

war, eine Strafe für eine Liebkosung zu bekommen, einenSchrei lebhaften Schmerzes.

»Karl," versetzte Catharina.hört mich doch im Na«men Gottes! und überlaßt nicht so dem Zufall Euer Glückund das von Frankreich! Die Jagd, die Jagd, die Jagd!sagt Ihr. Ab! Ihr habt alle Zeit zum Jagen , wennEuer G> schüft als König abgemacht ist."

»Vorwärts, meine Mutter!" sprach Karl, bleich vorUngeduld, »erklären wir uns rasch, denn Ihr macht meinBlut kochen. In der Thal, es gibt Tage, wo ich Euchnicht begreife."

Er hielt innc und schlug mit dem Griffe seiner Peitschean seine Stiefeln.

Catharina dachte, cs wäre der günstige Augenblickgekommen, den man nicht vorübergehen lassen dürfte,und sprach:

Mein Sohn, wir haben Beweise, daß Herr vonMonv nach Paris zurückgekehrt ist Herr von Maurevel,den Ihr Wohl kennt, hat ihn gesehen. Das geschiehtnur für den König von Navarra, und es genügt,hoffentlich, daß dieser uns mehr als je verdächtig ist."

Ah, Ihr seyd abermals an meinem armen Henriot;ich soll ihn tödten lassen, nicht wahr?"

Oh nein!"

Verbannen? Aber begreift Ihr nicht, daß er ver-bannt furchtbarer wird, als er es je hier unter unfernAugen im Louvre seyn kann, wo er nichts zu thun vermag,was wir nickt sogleich erfahren."

Ich will auch nicht, daß man ihn verbanne."

»Aber was nullt Ihr denn? sprecht geschwinde!"

Ich will, daß man ihn. während tue Polen hier find,in sicherem Gewahrsam halte, in der Bastille zum Beispiel."

Ah, meiner Treue, nein!" rief Karl IX.Wirjagen diesen Morgen den Eber, Heinrich ist einer derBesten meines Gefolges. Ohne ihn wird die Jagd verfehlt.Bei Gott, meine Mutter, Ihr denkt wahrlich an garnichts, als mir in die Quere zu kommen."