26
können, das zu entscheiden wollen wir jenen Schwärmern über-lassen, denen es nicht genug ist mit unseren menschlichen Sinnendie Schönheit dieser Welt zu erkennen.
Gemeinhin sind aber diese störenden Nebentöue, denenunser Gehör ausgesetzt ist, von bedeutend massiverer Art,
und ein geschwächtes Ohr ist dann um so weuiger im
Stande die richtigen Tonwellen mit Sicherheit herauszufiu-den, ans welche es lauschen soll. Um den materiellen Vor-gang dieser Störungen und die Verlegenheit, wenn ich so
sagen darf, in welcher das Gehör sich hierbei befindet, anschau-lich zu machen, erinnere ich sie an einen Vorgang, den wohljeder gesehen, der einmal an einem unserer schönen Herbstabendeetwa von einer Brücke oder von einem hohen Ufer herab aufden Spiegel eines unbeweglich daliegenden Gewässers geschauthat. Läßt man da einen kleinen Stein in das Wasser fallen,so entstehen bekanntlich kreisförmige Wellenringe, die zunächstum den getroffenen Punkt höher, allmählich aber niedriger werden,und sich in immer größerem Umfange weiter und weiter ver-breiten; war der erste Anstoß stark genug, so erreicht die Welleden Rand des leichtbeweglichen Elementes und versetzt Schilfund Binsen in sanftes Schwanken und Biegen. Mit Leichtig-keit und Vergnügen folgt das Auge dieser regelmäßigen, oft lang-andauernden Bewegung. Auch wenn wir zwei Gegenstände anverschiedene Punkte hineiuschleudern, auch dann noch kann dasAuge diese beiden Wellensysteme verfolgen; mau sieht dann, wiean gewissen Punkten zwei Wellenberge zu gleicher Zeit aukommenund gegenseitig in ihrer Kraft verstärkt, höher anschwellen undwie an anderen Punkten dagegen das Wasser auf einen Augen-blick sich vollkommen glättet, wo Wellenberg und Wellenthalgegenseitig ihre Bewegung vernichten.
Lange Zeit kann man sich an diesem interessanten Spiele
(SSt)