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5 (1904) 1097 bis 1106
Entstehung
Seite
364
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Vorschlag, dem Busson, Zur Vits. Heiurioi impers-torm (Mittheilungen desInstituts für österreichische Geschichtsforschung, III — 1882 — 886—391), alseiner „plausibeln Hypothese" sich anschloß. Durch Holder-Egger wurde — NeuesArchiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde XXVI, 176—185 —dieser Hinweis auf Erlnng noch bestimmter (1901) ausgeführt, unter besondererBetonung der Worte in e. 1 der Vita: sxeiäia eaptav urbis. Allein durch P.von Winterfeld ist darauf im folgenden Bande, XXVII, 514 u. 563, nach-gewiesen, daß die ganze Stelle wirklich auf Jerusalem, und nicht auf eine durchein historisches Ereigniß nahe liegende Stadt, also auch nicht auf Würzburg,gedeutet werden muß. Steindorff, Göttinger Gelehrte Anzeigen, 1885, 731 u.732, wies auf Speicr als Platz der Niederschreibung hin, und vermuthete, daßder Verfasser ein Geistlicher der durch Heinrich IV. so hoch geehrten, viel be-schenkten Speierer Kirche gewesen sein könnte°).

Auf einen neuen Boden wurde die ganze Frage durch W. Gundlach ge-rückt, der zuerst 1884 in seiner in diesem Werke vielfach hcrangezogenen Schrift:Ein Dictator aus der Kanzlei Kaiser Heinrich's IV., ein Beitrag zur Diplo-matik des salischen Herrscherhauses, mit Excursen über den Verfasser der VitaLsinriei IV. impsratoria und des 6armsn cks bssto Laxonieo, speciell 87—127,147—166, und hernach in einem zweiten Beitrage, von 1887, dem Buche: Werist der Verfasser des Lärmen cke desto Laxonieo?, eine Entgegnung auf dieBeurteilungen, welche der Schrift „Ein Dictator aus der Kanzlei KaiserHeinrich'? IV." gewidmet worden sind —, einen bestimmten Namen für denVerfasser der Vita neu hervorzog. Der durch Gundlach in seiner Eigenartdeutlich gekennzeichnete Dictator Adalbero 6, der aus Niederdeutschland hcrvor-gegangen sei und, zuerst von Erzbischof Adalbert von Bremen hervorgezogen,durch diesen den Weg von Bremen an den königlichen Hof gefunden habe, derdann von 1071 an bis 1084 sehr häufig, später seltener, zuletzt 1102, ohne alleFrage in der Kanzlei Heinrich's IV. thätig gewesen ist, soll nämlich der in 8t.2943 für 1099 genannte Propst Godescalk von Aachen?) gewesen sein, und ebendieser Godescalk wird durch Gundlach, der sich auf eine große Fülle für Stil-gleichheit gesammelter Belege stützt^), erstlich für die Vita^), ebenso aber auchfür das Lärmen eie desto 8axonieo'°) in Anspruch genommen. Auch in seinerSammlung: Heldenlieder der deutschen Kaiserzeit aus dem Lateinischen übersetzt,an zeitgenössischen Berichten erläutert und eingeleitet durch Ueberfichten überdie Entwickelung der deutschen Geschichtsschreibung im X., XI. und XII. Jahr-hundert zur Ergänzung der deutschen Litteraturgeschichte und zur Einführungin die Geschichtswissenschaft, II (1896), 283—270, kam Gundlach zu seiner,

Erlung's Autorschaft könnten angeführt werden, hat Holder-Egger in der oben genanntenAbhandlung, 183, sehr richtig hervorgehoben, da ja Erlung erst lange nach diesen irrthümlichzu einem einzigen Vorgang zufammengelegten Würzburger Ereignissen in diese Stadt ge-kommen ist. Besonders A. Koch, Vita üsiurioi IV. kritisch gewürdigt (Jenenser Dissert.188A, 61 ff., der wieder speciell Regensburg als Sitz des Verfassers nennt, machte diese Ver-wechslungen gegen Erlung's Autorschaft geltend.

°) Steindorsf knüpfte an die in o. 1 stehenden Erwähnungen einerseits, anderentheilsan gewisse wörtliche Anklänge in den Speier ertheilten zahlreichen Urkunden Heinrich's IV.an, ganz besonders 8t. 2046, 2950, LS58, der Jahre 1100 , 1101, IIV2: vergl. ob. S. gl, 113,153), welche Urkunden der Biograph Wohl gekannt habe. Steindorff's Ausführungenbildeten eine einläßliche Recension des Gundlach'fchen Buches von 1884.

- Vergl. ob. S. 59.

st Es soll nicht gelcitgnet werden, daß ganz besonders die durch Gundlach in demoben im Texte genannten Buche von 1896, 251—253, u. 2, gesammelten Beispiele der durchihn sogenannten Traduction, der eigenartigen häufigen Wiederholung eines bestimmtenWortes, entweder in der gleichen Form, oder in gewisser Abwandelung des Wortstammes,nach kurzen Zwischenräumen angebracht, recht sprechend sind.

°> Ein Argument dagegen, daß der Dictator Adalbero 6 mit dem Verfasser der Vitaidentisch sei, liegt darin, daß die Vita in v. 7 die Pestkraukheit, durch die im Jahre 1083 diekönigliche Besatzung auf dem Palatiolus in Rom dahingerafst wurde, im Zusammenhangmit Ereignissen des Jahres 1084 bringt (vergl. Bd. III, S. 494, in n. 34). Aber wäre esüberhaupt denkbar, daß der Dictator Adalbero 0, der Zeuge der Vorgänge in Rom, dervei Heinrich's IV. Kaiserkrönung anwesend war, wie die von ihm verfaßte Urkunde vom21. Marz 1084, zehn Tage vor der Krönung, zeigt (vergl. 1. o., S. 528 u. 10), so kühl undNichtssagend, wie das in o. 6 der Vita der Falt ist (vergl. die Stelle 1. o-, S. 535, in u. 13),über dieses Ereigniß hinweggegangen wäre, das in seiner Kanzleithätigkeit einen Höhepunktdargestellt haben muß?

>°) Vergl. schon Bd. II, S. 852 u. 853.