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Excurs I.
Heinrich V. hat die religiöse Frage nur als erwünschten Vorwand benutzt;vielmehr war er durch den Gedanken geleitet, es möchte ihm, wenn er bis zuHeinrich's IV. Tode warte, der Weg zur eigenen Herrschaft erschwert oder garversperrt werden, und so stellte er sich an die Spitze der unzufriedenen Fürstenund der gregorianisch Gesinnten innerhalb der deutschen Kirche, um sich denBesitz der Regierung zu sichern und in der päpstlichen Partei den nothwendigenBundesgenossen dafür sich zu gewinnen").
In der ob. S. 204 u. 205 ausgeführten Weise dürften sich die tieferliegenden Ursachen und die zunächst sich ergebenden Veranlassungen des AbfallsHeinrich's V. unterscheiden lassen.
») Lambrecht, Deutsche Geschichte, II, 851 u. SS2, will von „Verhandlungen mit demKaiser über die Znvestiturfrage", die man von Rom begonnen habe, daneben von Ent-fachung der leis glimmenden Unzufriedenheit der Fürsten zur Flamme der Empörung, denAusgang nehmen; dann sei der innge Heinrich, „indem die Fürsten dunkle Andeutungenüber die Wahl eines Gegenkönigs von Mund zu Mund trugen", in Unruhe über feine Er-wartungen auf die Nachfolge im Reiche gerathen: „Wie, wenn er als Gcgenkönig gegenseinen Vater austräte? . . . Dann wären die Pläne der Fürsten vereitelt". „Wir wissennicht, ob jemand dem verschlagenen Manne solche Gedanken nahe gelegt hat, oder was ihnsonst bewog: genug, er empörte sich". Weiterhin feien noch angemerkt Aeußcrungen oerDissertationen von H. Gulekc (Dorpat, 1882), Deutschlands innere Kirchcnpolitik von IIV5bis Nil, und R. Needon (Leipzig, 1885), Beiträge zur Geschichte Heinrich's V. Jener sagt, 8,Heinrich V. habe sich bemüht, wo möglich durch die Gewalt der öffentlichen Meinung ohneoffenen Kampf den Vater, dessen Regierung er für unheilvoll hielt, zur Abdankung zu be-wegen; dieser läßt, gsf., die verschiedeutlichsten Erwägungen und Gefühle, wie die politischeLage und Heinrich's V. eigener Charakter sic eingaben, zum Entschlüsse des Abfalles Zu-sammenwirken. Bernhcim will — Forschungen zur deutschen Geschichte, XVI, 285 — ein-räumen, ein Gefühl von der Sachlage, daß in Heinrich IV. der principielle Gegensatz ge-wissermaßen verkörpert gewesen sei, habe damals Deutschland durchdrungen, und so sei dasBorgehen des Sohnes gegen den Vater durch eine Art historischer, niemals moralischer,Erwägung gerechtfertigt. Auch Waitz, Deutsche Berf.-Gesch., VIII, 148 i>. 8, schließt sicheinigermaßen dieser Auffassung an.