21. Mochem.
Das Pfarrdors Vochem mit 110 Wohnhäusern, zwei großen Höfenund 623 katholischen Bewohnern nebst einem Akatholiken bildet eineSpecialgemeinde der Bürgermeisterei Brühl und liegt im Gelände deshier allmälig sich abdachenden Vorgebirges, durchschnitten von der Köln-Trierer Eisenbahn, circa 1*/s Kilometer nordwestlich von Brühl, ^/s Kilo-meter von der Station Kierberg. Die Bewohner treiben fast ausschließ-lich größern oder kleinern Acker- und Gemüsebau. Zur Pfarre gehörtaußer Vochem ein Haus an der Köln-Brühler Chaussee, sowie der Weiler-hof, mit herrschaftlicher Wohnung und 28 Bewohnern, in der Civil-gemeinde Fischenich gelegen.
Vochem, 1067 Vochena, 1285 Bochum, 1304 Voggena, gehörteehemals zum kurkölnischen Amte Brühl, während Weilerhof im AmteBergheim auf herzoglich jülich'schem Gebiete lag. Der Ort wurde 1285von Erzbischof Sifrid zum Beifaug der Stadt Brühl bestimmt*).
Er gewann im Laufe der Jahrhunderte nur verhältnißmäßig geringeBevölkerung, weil der größte Theil des Grundbesitzes fortdauernd zuvier großen Gütern gehörte, welche für die gesammte Geschichte desOrtes einzig von Bedeutung sind. Gemäß der kurkölnischen Landes-description bestanden dort 1669 nur 21 Bauernhäuser, im Grund 14^Morgen haltend, mit im Ganzen 154 Morgen 2 Viertel Artland und27Vt Morgen Baum- und Hausgärlen; dann folgende zwei geistlicheund zwei adelige Güter:
u. Der Frohnhof. Er wird urkundlich im 11. Jahrhundertgenannt und war damals Eigeuthum der kölnischen Kirche. In derUrkunde des Erzbischofs Anno II. von Köln vom Jahre 1067"),worin die Güter aufgezählt sind, welche der von ihm gegründeten Stifts-kirche zum heiligen Georg daselbst verliehen werden, heißt es: „Wir
haben folgende Landgüter aus unserm und des heiligen Petrus Besitzverliehen . . . Vochem mit allen seinen Einkünften und Gerechtsamen
-) Lac., Urk., II Nr. 802. — '0 Lac., Urk., I 209.