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Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl
Entstehung
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18. Schrvadorf.

Das Pfarrdorf mit 87 Häusern und 450 katholischen Einwohnern,einer Burg und zwei Höfen gehört zur Bürgermeisterei Brühl und liegtan der Brühl-Bonner Straße, drei Kilometer von Brühl und zehn Kilo-meter von Köln.

Schwadorf, 1109 Suaventhorp ^), im 13. Jahrhundert Suaedorp ^),bildete vor der Franzosenherrschaft eine dem Stift St. Severin in Kölnzuständige Herrlichkeit im kurkölnischen Amte Brühls. Die Besitzungendes genannten Stiftes daselbst sind sehr alt. Im Jahre 1109 schenkteErzbischof Friedrich I. von Köln auf Bitten des Propstes und der Brüderdes Stifts St. Severin die dem Erzbischof bis dahin zustehende Vogteiüber die Höfe Schwadorf und Roggendorf ^).

Nach einem Weisthum aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhundertswaren die Herren von St. Severin Grund- und Erbherren daselbst. Siehatten „Klockenklank, Gebott und Verbot!", also die obrigkeitliche Gewalt,sowie die niedere Gerichtsbarkeit. Letztere wurde ausgeübt durch einenSchultheißen und vier Geschworene oder Scheffen. Als solche werdengenannt 1431: Volqwyn Breuer, Schultheiß, und Bernkyn Specht,Hermann Bolche und Gerard Ryßwecge, Geschworene"); 1770: Schult-heiß Heinrich Joseph Schüller, Licentiat beider Rechte, und die ScheffenCaspar Braun und Peter Breuer. Die Geschworenen erhielten zum Lohnan jedem ungebotenen Gerichtstage von den Herren ein alt Viertel Weinund für einen Weißpfennig Weck. Das Stift ernannte auch seinen Vogt,1431 Ritter Wilhelm von Buschvelt; in spätern Jahrhunderten wirdderselbe auch wohl Amtmann genannt, und war ein Beamter oder Ca-nonicus des Stifts. Der Blutbann stand den Amtleuten und dem Ge-richte in Brühl zu. Wurde ein des Todes schuldiger Verbrecher er-griffen, so mußte man ihn in Schwadorf bis zum dritten Tage gefangen

ff Lac., I 272. — 2 ) Binterim u. Mooren, Alte u. neue Erzd., I 132. — ^ Hist.-geogr. Beschreibung. — Lac., Urk., I 272. —Hartrwslin, 6oiw. 6srm., III 255.—ö) Lac., Archiv, VI 386. — °) Annalen d. hist. Vereins, XXXII 99.