442
Meschenich.
St. Severin steht unter'm 17. April ein Laie Arnoldus verzeichnet, andessen Todestag als Almosen vertheilt wurden: 5 Schillinge und 1 MalterWeizen in „Maschengen", dann zwei Denare von „Massingen", d. i.Meschenich ^).
Kirchliche Verhältnisse.
Die Errichtung der Pfarre fällt in's früheste Mittelalter. Die Kirchewurde, wie wir aus einem in der König!. Bibliothek zu Berlin befind-lichen Pergamentconvolut: ?ross88N8 inguimtionm snpsr san.8l8 in-oorporatioräs taoisnäas sosl. 8. Lsvsrini 6ol. äs sool. in Ns8ollinA6n"ersehen, im 14. Jahrhundert dem Stift St. Severin in Köln incorporirt.
Aus den dort zusammengestellten Urkunden ergibt sich, daß dieHälfte des Zehnten nebst dem Kirchen-Patronat in Meschenich am Endedes 14. Jahrhunderts als Lehen des Herzogs von Jülich in den Händender kölnischen Patricierfamilie von Stave (de Baculo) war.
1376 bekennt Wilhelm, Herzog von Jülich und Geldern, daß vorihm und seinen Lehnmannen Heinrich von Stave seiner Gattin das Gut inMeschenich übertragen habe, welches er von ihm (dem Herzog) erhalten hatte.
1379 beurkundet Wilhelm, Herzog von Jülich, daß vor ihm undFrambach von Bürgel, Marschall von Jülich, und Johann Bawritzevon Molenark, Ritter, erschienen seien Heinrich von Stave und Nesaseine Gattin, Bürger zu Köln, und den Gebrüdern Gerhard und Heinrich,ältesten Söhnen weiland Gerard Roitstock's des Jüngern und der vor-genannten Nesa, versetzt und verstrickt haben ihren Zehnten mit derKirchgift in Meschenich und allen Renten und Gütern, die dazu gehörenund die Heinrich von Stave als Lehnsmann von ihm besitze, für dieSumme von 1200 Gulden, welche Heinrich und Nesa den BrüdernGerhard sind Heinrich schuldeten.
1380 schreibt Erzbischof Friedrich von Köln an den ScholasticusHeinrich von Suderland von St. Gereon, er habe vernommen, daßHeinrich von Stave die Hälfte des Zehnten der Pfarrkirche in Mesche-nich (Meschingen) besitze, zum Schaden der Pfarrkirche und gegen diekirchlichen Gesetze. Der Erzbischof beauftragt den Scholastiker, den Hein-rich von Stave zu bestimmen, den von ihm besessenen Laienzehnten andie Kirche zurückzugeben. Heinrich von Suderland sucht nun in Gegen-wart des Johann von Hirtze, Propst an St. Cunibert, und Heinrich vonGymnich, Rector der Pfarrkirche von Brühl, den Heinrich von Stave
y Lac., Archiv, III 157. — Erganzungsheft II zur westdeutschen Zeitschrift,herausg. von I)r. Lamprecht: Berlin. Kgl. Bibl. Hs. in 2" Nr. 750. Eine Copie da-von findet sich im Copiarium des genannten Stifts im Landes-Archiv zu Düsseldorf.