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Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl
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Kendenich.

diese Ablösungssumme an Heinrich von Kentenich erlegt hatte, überwiesjener diesem 30 Morgen Land aus seinem zehntfreien Eigenthum zuKendenich, im Hülsenbruch gelegen, als erbliches Burglehn des Erzstiftsfür ihn und seine Nachkommen st.

Im Jahre 1410 verkaufen Ritter Heinrich von Kendenich und seineGemahlin Nesa für sich und ihre Kinder Heinrich, Philipp und Lys-chen ein Stück Land an die Carthäuser in Köln, welche kurz vorher(1408) einen Hof in dem nahen Fischenich erworben hatten st. — ImJahre 1431 schloß Ritter Heinrich mit seiner Gemahlin Agnes imBeistand ihres ältesten Sohnes Gierlach mit dem Bruder Clais vonGielsdorf als Comthur der Deutschordens-Balley Koblenz einen Vergleichin Betreff der Gerichtsbarkeit in „Kaltscheuern" ab. Dietrich, einanderer Sohn, war in den Orden ausgenommen und unentgeltlich ge-kleidet und beritten gemacht worden st. — Im Jahre 1437 verkaufteHeinrich von Kendenich, Sohn des Ritters Heinrich, mit seinerGemahlin Nesa von Boscheym (Bnschheim) wiederum ein Stück Landan die Carthäuser st. — Derselbe Heinrich, Drost von Brühl st undHerr zu Kendenich, schloß am 25. Mai 1443 mit der Stadt Köln einenVergleich ab, worin er es ausdrücklich als ein altes Recht und Her-kommen anerkennt, daß die Stadt durch die städtischen Diener undKnechte die Bachsprünge des Hürther Baches öffnen und reinigen unddas zur Instandhaltung des Baches nöthige Holz in seinem WaldeHanen lasse, und er gestattet ihr der vielen ihm bewiesenen Freundschaftwegen da, wo andere Quellen noch sich zeigen sollten, dieselben auszu-graben, in den Bach zu leiten und im Lauf zu halten st. — Währendder Jahre 1447—1460 hatte Heinrich einen Proceß mit dem StiftSt. Ursula wegen Eingriffe in das Zehntrecht des Letztem und andererUngerechtigkeiten halber, wovon später die Rede sein wird.

Von da an verschwindet der Name des alten Geschlechtes in Ken-denich. Im Jahre 1475 wird der Edelherr Matthias Walraven Herrvon Kendenich genanntst. Die Chronik der Carthäuser zu Köln schreibt:„In diesem Jahre hatten wir einen Rechtsstreit vor Kaiser Friedrichund dem Erzbischof von Köln mit Matthias Walraven, Herr zu Ken-denich, der 72 Morgen Land, welche wir von dem Großvater seinerGattin gekauft hatten, gewaltthätig weggenommen. Wir erlangten den

st Eichhof, histor.-geogr. Beschreibung des Erzstifts, 198. — st Urkunde im Staats-archiv zu Düsseldorf. — st von Mering, Burgen, IV 20. — st Urkunde im Staatsarchivzu Düsseldorf. — st Annaleu des hist. Vereins, XVIII 194. — st Sie befinden sich indem Walde an der Kranzmaar. — st Die Walrave sind ein kölnisches Adelsgeschlecht, dasviele Ritter aufzuwciscu und im Stadt-Regiment sich viele Verdienste erworben hat.Mehrere waren Bürgermeister.