Druckschrift 
Geschichte der Pfarreien des Dekanates Brühl
Entstehung
Seite
357
Einzelbild herunterladen
 

Jmmendorf.

357

genannten Heidenberg , dem ca. 40 Fuß hohen Ufer eines ehemaligen,jetzt ausgetrockneten Rheinarmes. Das Dorf blieb wenig bevölkert.16691) zählte es nur 5 Bauernhäuser mit 5^4 Morgen Garten- und37 Morgen Ackerland. Außerdem hatten daselbst Besitzungen in Län-dereien das Kloster Altenberg und der Altarist S. Johannis an derSeverinskirche in Köln; ferner bestand daselbst ein Rittergut, der Gold-schmidts- oder Zaunshof. Derselbe befand sich um die Mitte des 16.Jahrhunderts im Besitze des Junkers von Essern, im 17. des I)r. Gold-schmidt und im 18. Jahrhundert des Franz von Becker zu Benesis unddessen Gemahlin Maria Ursula Walburgis von Herwegh; deren TochterMaria Henriette Carolina Josepha brachte es durch Heirath 1784 anEverhard Anton Hermann von Groote, Edeler zu Kendenich (st 1820).Der Enkel desselben, Bürgermeister von Groote zu Godesberg, besitztes jetzt. Gemäß der Descriptio vom Jahre 1669 gehörten zu demGute 287 Morgen.

Sechs Minuten von Jmmendorf entfernt liegen: die GiesendorferHöfe.

a) Der Gillessenhof. Er gehörte bis zur Säcularisation (1802) zurAbtei St. Martin in Köln, wurde alsdann verkauft und ist jetzt imBesitze der Erben Conrad Werry. Nach einem Weisthum des Gerichtszu Subweiler (Subbelrath) aus dem 16. Jahrhundert ^) gehörten unterdie dem Dechanten und Capitel zu St. Andreas in Köln zuständigeHerrlichkeit nebst Gericht Subweiler der Hof der Abtei St. Martin zu„Gistorpff" bei Jmmendorf; ebenso die vorher genannten Güter, nämlichJunker Effern's Hof zu Jmmendorf, und des Altaristen von St. SeverinLänderei zu Rondorf und Jmmendorf.

b) Der Friedrichs Hof, früher den von Gail, 1668 den vonEynatten^), jetzt der Armen-Verwaltung zu Köln gehörig, war einadeliger Sitz mit 250 Morgen Ackerland, die in der IlWeiichtio von1669 mit einer Frucht-Pacht von 60 Malter Roggen, Grund-Pacht16 Malter Roggen, 1 Malter Weizen und 2 Malter Hafer verzeichnetstehen. Das Gut qualificirte zum kurkölnischen Landtag und war inlisrptztnnnr zur Halbscheid zur Steuer veranschlagt Z.

0 Kurkölnischc Landes-Description von 1669. — ?) Lac., Archiv, VI 404. —0 Caspar von Gail, Herr zu Rondorf und Giesendorf, verheirathet mit Margaretha Annavon Walpott-Bassenheim, -s 10. December 1667. Seine Tochter Anna Maria von Gailheirathete Ferdinand Ernst Freiherrn von Eynatten zu Wiedenau, Oberst zu Roß. —ch Histor.-geogr. Beschreibung des Erzstiftes Köln, 187 und 204.