Hürth.
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Er resignirte jedoch auf dasselbe am 26. August 1691, „weil das Beneficiuuipersönliche Residenz erfordere, die er wegen seines Canonicates zu haltennicht im Stande sei." Dabei ließ er sich jedoch von einer falschen Vor-aussetzung leiten, wie sich bald nachher heransstellte. Im Jahre 1710nämlich stellte Freiherr von Tzerclaes an den damaligen Beneficiatendie Anforderung: 1. er müsse persönlich Residenz halten; 2. an Sonn-und Festtagen die Frühmesse, und zwei Mal in der Woche celebriren; 6. anden Sonntagen von Ostern bis Pfingsten nach dem Hochamte in ImbitnämLonali das Evangelium (wahrscheinlich bei der Procession?) singen;und 4. an Sonn- und Festtagen nach der Predigt, abwechselnd mit demKüster, den Chorgesang ausführen. Als der Beneficiat diese Anforde-rungen als unberechtigt zurückwies, kam die Sache zur Entscheidung desErzbischöflichen Officials, der resolvirte, „die Vicarie erfordere keinepersönliche Residenz, habe auch keine andern Lasten, als zwei bis dreiwöchentliche Lesemessen, die bis dahin ohne Widerrede durch einenwürdigen Priester gehalten worden seien."
1724 wird Joannes Arnoldus Marx als zeitlicher Vicecuratin Hürth genannt. 1766 war Andreas Dresen Dcservitor der Vicarie;1771 Franciscus Küster, gebürtig aus Sürth; 1790 starb der Deser-vitor Henricus Lambottis.
Inhaber des Beneficiums war von 1788 bis 1808 Johann JosephWeiter. Geboren zu Hürth, erhielt er in seinem 19. Jahre wegen guterSitten und seines Fleißes im Studium von der Freifrau N. A. vonReuschenberg, geb. von Köln, als Patron, am 23. Juni 1788 dasBeneficinm Ltao. Oatbarlnao. 1808 als Pastor nach Füssenich versetzt,starb er daselbst am 23. December 1811.
Während der französischen Herrschaft ging das Haupteinkommen desBeneficiums, der Zehnte, verloren. Land und Gebäude gingen an dieKirchenfabrik über. Die große Scheune wurde 1820 für 217 Rthlr.verkauft, wozu Generalvicar Klinkenberg die Genehmigung ertheilte „inder Erwägung, daß, im Falle ein Vicar nach Hürth gesendet wird, dieserseine Besoldung aus der Kirchenkasse erhalte, mithin keine Ackerwirthschaftführe und die Vicarieschenne unnöthig sein werde, mit dem Vorbehaltjedoch, daß auf jeden Fall ein anständiger Schuppen für Holz, Kohlen rc.,auch ein Schweinestall auf Kosten der Kirchenfabrik erbaut werde."Die alte Benefical- oder Vicarie-Wohnung wurde den 24. Juli 1857auf den Abbruch verkauft. — Von 1817 bis 1830 fnngirte als Früh-messer an Sonn- und Festtagen Andreas Büchel aus Köln. Er erhieltals Remuneration jährlich 100 Rthlr. und für Frühstück und Logis 13Rthlr. aus der Kirchenkasse. Vom Jahre 1830—1865 blieb die Stelleunbesetzt.
Pfarreien (VI. Brühl).
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