6. Kffern.
Essern, zur Bürgermeisterei gleichen Namens gehörig, liegt vierKilometer von dem Weierthor der Stadt Köln entfernt, etwas abseitsvon der alten Zülpicher-, jetzt Köln-Luxemburger-Straße, an dem so-genannten Duffesbach, etwa zwei Kilometer von Kalscheuren, Station derRheinischen Eisenbahn. Das Dorf, mit Posthülfsstelle, besteht aus deralten Burg, drei andern großen Höfen und 224 kleinern Gehöftenund Häusern mit 1467 katholischen Einwohnern.
Zur Pfarre gehören noch Mühle und Hof Schleifkotten mit 18Bewohnern, Kohmarhof, 20 Minuten von der Pfarrkirche entfernt, mitelf an der Eisenbahn und am Kohmarwege liegenden Wohnhäusern mit63 Bewohnern. Die Erwerbsquelle der im Ganzen 1586 betragendenBewohner der Pfarre ist größere und kleinere Acker-, namentlich Milch-Wirthschaft.
Estern, 1189 Efferne, 1388 Effren ^), Efferen, soll seinen Namenvon Afri, Africani erhalten haben ^).
Wie Entstehung und Namen der meisten Orte am Vorgebirge, leitetGelen ^ auch die des Dorfes Estern von einem vornehmen Römer her.Er stellt es außer Zweifel, daß die Herren von Efferen und Gründer desOrtes römischen Ursprungs seien, und beruft sich auf das Wappen derervon Efferen, welche im Schilde zwei Balken und als Helmschmuck einenElephantenkopf mit Rüssel führen. Wahrscheinlich habe der Stammvaterdes genannten Geschlechts sich in den Kriegen der Römer in Africa aus-gezeichnet und daher den Ehrennamen Africanus erhalten. Andere bringenden Namen mit der thebaischen Legion Afri in Verbindung, von dereine Cohorte auf dem damals vor Köln liegenden Martins- oder Mars-felde bis zu dem nicht weit von da entfernten Effern ihr Lager undStandquartier hatte, als sie wegen ihres heldenmüthigeu Bekenntnissesdes christlichen Glaubens unter Maximilianus Herculeus decimirt wurde "ff.
0 Lac., Ilrk., IV 639, 934. — ff dslsn., äs uämir. nruAnit. 180. — ff Osten., t. o.ff Friedrich, Kirchengefchichte Deutschlands, I 137, mit Berufung auf Braun, Zur Ge-schichte der thebciqchen Legion. Bonn 1855, S. 32.